{"id":246,"date":"2023-09-16T00:45:35","date_gmt":"2023-09-15T23:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/?p=246"},"modified":"2023-10-06T15:07:44","modified_gmt":"2023-10-06T14:07:44","slug":"paedagogische-intuition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/blog\/paedagogische-intuition\/","title":{"rendered":"P\u00e4dagogische Intuition"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Johannes Kiersch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Sch\u00f6pfung aus dem Nichts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkungen zum Begriff der p\u00e4dagogischen Intuition bei Rudolf Steiner<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp; <em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201e<em>Ich trage die Rosen, weil ich will.\u201c \u201eUnd warum willst du denn?\u201c fragte der Reiter. \u201eF\u00fcr den Willen gibt es keine Ursache\u201c, sagte das M\u00e4dchen. <\/em>\u201e<em>Wenn man vern\u00fcnftig ist, gibt es f\u00fcr den Willen immer eine Ursache\u201c, erwiderte der Reiter. \u201eDas ist nicht wahr\u201c, sagte das M\u00e4dchen, \u201edenn es gibt auch Eingebungen.\u201c&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n<cite>Adalbert Stifter: Witiko<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Als Wolfgang Nieke es im Jahre 1999 riskierte, sich als P\u00e4dagoge mit dem Thema \u201eIntuition\u201c zu befassen, wies er einleitend \u2013 gleichsam warnend \u2013 darauf hin, dass es sich dabei in wissenschaftlicher Hinsicht um eine \u201eAnomalie\u201c handle, einen im Zusammenhang seri\u00f6ser Forschung wenig beachteten und eher als st\u00f6rend empfundenen Gegenstand (Nieke, 1999). Inzwischen hat sich nicht nur Gerd Gigerenzer, der Leiter des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Bildungsforschung in Berlin, dazu ge\u00e4u\u00dfert (Gigerenzer, 2007). Ein neuerer \u00dcberblick verzeichnet eine erstaunliche Zunahme der einschl\u00e4gigen Studien w\u00e4hrend der letzten beiden Jahrzehnte&nbsp; (Sinclair, 2011). Aus waldorfp\u00e4dagogischer Perspektive wird dabei eine deutliche Einengung des Forschungsinteresses sichtbar. Die Ursachen des irritierenden Ph\u00e4nomens der \u201eIntuition\u201c werden \u00fcberwiegend im physischen Leib des Menschen verortet. Es soll sich um ins Unbewusste abgesunkene Wahrnehmungs- und Handlungsgewohnheiten handeln, die als \u201eBauchgef\u00fchl\u201c wieder auftauchen. Kerstin Oschatz (T\u00fcbingen) spricht&nbsp; in einer informativen Zusammenfassung der gegenw\u00e4rtigen Forschungslage von automatisierten Interpretationsroutinen (Oschatz, 2015).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wird damit die Treffsicherheit der gemeinten seelischen Vorg\u00e4nge hinreichend erfasst und erkl\u00e4rt? Die oft so \u00fcberraschend sachgem\u00e4\u00dfe Entscheidung in bedrohlicher Gefahrenlage? Das Erscheinen von unvorhersehbar neuen Ideen bei Erfindungen und Entdeckungen? Die Erleuchtungserlebnisse der Mystiker, die spirituelle Tiefe der neuen Ideen wirksamer Sozialreformer und Philosophen? Der geniale russische Mathematiker, Naturwissenschaftler und Theologe Pawel Florenski, ein Liebhaber Goethes, schreibt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&nbsp;\u201ePrim\u00e4re Intuitionen philosophischen Nachdenkens \u00fcber die Welt sind in ihren Anf\u00e4ngen gekennzeichnet durch Aufwallungen, Drehungen, Wirbel, Strudel \u2013 ihnen liegt kein rationaler Plan zugrunde. [\u2026] obwohl nicht geordnet-verteilt, nicht z\u00e4hlbar-gegliedert, sind diese Aufwallungen des Denkens, ist dieses Wiegenlied und dieses donnernde Hervorbrechen aus der Erde dringend erforderlich, denn da liegen die eigentlichen Quellen des Lebens\u201c<\/p>\n<cite>(Florenski 1991, S.140).<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Offenbar gibt es auf dem neuen Feld der Intuitionsforschung, das sich jetzt gerade erst konfiguriert, neue Anomalien. Und zu diesen geh\u00f6rt der Intuitionsbegriff Rudolf Steiners.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Bem\u00fchen um eine zutreffende Beschreibung dieses Begriffs wird mit Gewinn einige neuere Forschungsergebnisse einbeziehen, die herk\u00f6mmliche Auffassungen in Frage stellen. F\u00fcr die Mehrzahl der kritischen Interpreten des Steinerschen Lebenswerks war es bisher selbstverst\u00e4ndlich, dass der Begr\u00fcnder der Anthroposophie seit seinem Eintritt in die Theosophische Gesellschaft im Jahre 1902 eine dualistische Weltanschauung vertreten habe. Die \u201e\u00fcbersinnlichen\u201c Erfahrungen, auf die er sich von da an explizit bezieht und die sich f\u00fcr ihn in dem Begriff einer \u201egeistigen Welt\u201c zusammenschlie\u00dfen, von der er wie von einem fernen Kontinent zu reden scheint, wurden und werden als phantasievolle \u201emetaphysische\u201c Konstruktionen aufgefasst, \u00e4hnlich den Jenseitsvorstellungen alter Religionen. Fundiert wird diese Ansicht besonders dadurch, dass Steiner in seinen kulturgeschichtlichen und vor allem in seinen christologischen Vortr\u00e4gen vielf\u00e4ltige Bez\u00fcge zu religi\u00f6sen Traditionen hergestellt hat. Inzwischen ist jedoch klar, dass er die scharfen \u00c4u\u00dferungen gegen jede Art von Jenseitsglauben und gegen das traditionelle Christentum, die er in seiner anarchistischen Phase gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Anschluss an Nietzsche und Haeckel riskiert hat, nie hat zur\u00fcckzunehmen brauchen (Hoffmann 2011).&nbsp; Bis an sein Lebensende blieb er entschiedener Monist. Die \u201c\u00fcbersinnlichen\u201c Erfahrungen, von denen er redet und deren deutliche Spuren sich schon im philosophischen Fr\u00fchwerk finden, erschienen ihm als Emergenz-Erfahrungen in der einen, ungeteilten Wahrnehmungswelt der modernen Menschheit (Heusser 2011, S. 55ff.) Merkw\u00fcrdiger Weise hat es die bisherige Steiner-Forschung so gut wie v\u00f6llig vers\u00e4umt, zu untersuchen, wie Steiner sich in seinem Bem\u00fchen um die begriffliche Durchdringung dieser Wahrnehmungswelt von den elementaren Gesetzen des physischen Bereichs, auf welche die moderne Naturwissenschaft seit dem 17. Jahrhundert ihre Welterkl\u00e4rungsmodelle zur\u00fcckzuf\u00fchren sucht, \u00fcber die komplexeren Gesetze der Welt des Lebendigen, die er schon als junger Mensch im Anschluss an Goethe als h\u00f6here Stufe der Emergenz beschreibt, zu noch anderen Ebenen des Seins vortastet, die durch ihnen angemessene, erst noch zu entwickelnde Begriffsbildungen denkbar werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Rolle spielt dabei das in der Theorie des Wissens schon seit l\u00e4ngerer Zeit diskutierte Problem des <em>Cartesian&nbsp; Split, <\/em>der Subjekt-Objekt-Spaltung in der Sinneslehre (Scheurle, 1984). Als Steiner im Jahre 1905, im Anschluss an seine Aufsatzreihe \u201eWie erlangt man Erkenntnisse der h\u00f6heren Welten?\u201c zum ersten Mal \u00fcber die Wahrnehmungsstufen von Imagination, Inspiration und Intuition schreibt, beginnt er mit dem Ausblick auf eine \u201eErkenntnislehre der Geheimwissenschaft\u201c, eine Methodenlehre des \u00fcbersinnlichen Erkennens, wie wir heute vielleicht sagen w\u00fcrden (SKA 7, S. 167). An einer solchen Methodenlehre hat er unabl\u00e4ssig weiter gearbeitet, ohne sie systematisch zum Abschluss bringen zu k\u00f6nnen. Und bis heute fehlt jeder Versuch einer zusammenfassenden Darstellung seiner diesbez\u00fcglichen Bem\u00fchungen. Als wichtige Vorarbeiten dazu d\u00fcrfen einige neuere Untersuchungen \u00fcber die besonderen Ausdrucksformen der Anthroposophie gelten: die Wandtafelzeichnungen, mit denen Steiner viele seiner Ausf\u00fchrungen illustrierend begleitet hat ( Bockem\u00fchl &amp; Kugler, 1993; Sam, 2000 und 2002)), die spirituelle Gestik seiner Eurythmie, die besondere sprachliche Form seiner mantrischen Spruchdichtung, die multiperspektivische Art der Begriffsbildung in seinem schriftstellerischen Werk und in seinen Vortr\u00e4gen, seine Metaphorik (Sam, 2004; Demisch u. a. 2014) . Anthroposophie, schreibt Steiner, male ihr Bild vom Menschen \u201emit ganz andern Mitteln\u201c als die empirische Forschung, die von Sinnesdaten ausgeht (Steiner 1917, S. 45). Der Kulturhistoriker Ulrich Kaiser hat dar\u00fcber hinaus das Verh\u00e4ltnis von Dogma und Wahrheit in der Anthroposophie, den performativen Charakter der Vortr\u00e4ge Steiners und deren Kontextabh\u00e4ngigkeit beschrieben (Kaiser, 2011 und 2014).<\/p>\n\n\n\n<p>In der anthroposophisch orientierten Sekund\u00e4rliteratur ist die im Jahre 1905 skizzierte Stufenfolge von Imagination, Inspiration und Intuition ein weit verbreiteter Topos, der hier nicht im Einzelnen er\u00f6rtert zu werden braucht. Unabh\u00e4ngig davon entscheidet sich die wissenschaftliche Diskutierbarkeit der Schilderungen Steiners an der kontrovers beurteilten Frage, ob das erkennende Subjekt als Beobachter unver\u00e4ndert zu denken sei, wie das im Bereich der Naturwissenschaften noch bis heute weitgehend vorausgesetzt wird, oder ob es sich im Prozess des Wahrnehmens selbst ver\u00e4ndern m\u00fcsse, um der Wirklichkeit auf die Spur zu kommen. Der franz\u00f6sische Kulturhistoriker Antoine Faivre hat f\u00fcr diesen Ver\u00e4nderungsprozess den Terminus \u201eTransmutation\u201c eingef\u00fchrt, der in der neueren Esoterikforschung eine entscheidende Rolle spielt (Faivre, 2001). L\u00e4sst man mit Faivre und auch mit Steiner zu, dass die stufenweise Ver\u00e4nderung des erkennenden Subjekts nicht nur eine zul\u00e4ssige Begleiterscheinung, sondern eine elementare Voraussetzung f\u00fcr jedes Verstehen auf h\u00f6heren Ebenen des Seins, h\u00f6heren Stufen der Komplexit\u00e4t im Sinne der Emergenztheorie, darstellt, so wird auch Steiners \u201eIntuition\u201c als wom\u00f6glich h\u00f6chste Stufe des Erkennens denkbar, eine erhabene Stufe mystischer Wesensvereinigung, weit entfernt vom weltzugewandten, t\u00e4tigen Alltagsbewusstsein, dessen F\u00f6rderung Steiner mit seiner anthroposophischen Ideenwelt vor allem anderen im Auge hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinblick hierauf ist ein Begriff von h\u00f6chstem Interesse, den Steiner im Sommer 1909 neu einf\u00fchrt, w\u00e4hrend er seine \u201eGeheimwissenschaft im Umriss\u201c fertigstellt, eine umfassende Darstellung seiner Lehre von der Evolution des Menschen und der Welt (SKA 8). Vor den Mitgliedern der theosophischen \u201eLoge\u201c in Berlin spricht er \u00fcber die Evolution der Lebewesen in ihrem Werden und Vergehen, ihr Eingebundensein in die Zw\u00e4nge von Vererbung und Umwelt und eines instinktgebundenen Verhaltens, dem auch der Mensch in vieler Hinsicht unterliegt. Dieser unterscheide sich jedoch von allen anderen Lebewesen dadurch, dass er nicht nur Tatsachen wahrnehme, sondern <em>Beziehungen <\/em>zwischen Tatsachen herstellen k\u00f6nne. Erst dadurch werde er erziehungsf\u00e4hig. Dieses Herstellen von Beziehungen nennt Steiner hier eine \u201eSch\u00f6pfung aus dem Nichts\u201c, eine freie Tat, die sich jeder Kausalerkl\u00e4rung entzieht. Sie ereigne sich auf drei Ebenen: im denkenden Erkennen durch die Bet\u00e4tigung in den Gesetzen der Logik und das verstehende Auffassen von Naturgesetzen; auf der Ebene des F\u00fchlens im selbstst\u00e4ndigen \u201eGeschmacksurteil\u201c, dem Urteil \u00fcber Sch\u00f6n und H\u00e4sslich beim \u00e4sthetischen Erleben; auf der Ebene des Wollens im Entscheiden dar\u00fcber, was angesichts einer konkreten Situation als \u201erecht und billig\u201c gelten darf (Vortrag vom 17. 6. 1909 in: Steiner, 1959, S. 297ff.). Diese Differenzierung der \u201eSch\u00f6pfung aus dem Nichts\u201c nach den drei klassischen Seelenverm\u00f6gen darf als ein bedeutender Schritt in der Genese der Dreigliederungsidee gelten, an der Steiner drei\u00dfig Jahre lang gearbeitet hat, bis sie in seinem Buch \u201eVon Seelenr\u00e4tseln\u201c im Jahre 1917 in g\u00fcltiger Fassung zutage trat und anschlie\u00dfend in den Kursen f\u00fcr das Lehrerkollegium der 1919 gegr\u00fcndeten Waldorfschule und in anderen Arbeitszusammenh\u00e4ngen weiter ausgebaut wurde (Kiersch 2011). Steiner hat mit seiner Idee der \u201eSch\u00f6pfung aus dem Nichts\u201c als einer autonomen Herstellung von Beziehungen zwischen Tatsachen schon zehn Jahre vor der Begr\u00fcndung seiner Reformschule ein zentrales Prinzip seiner P\u00e4dagogik entdeckt. Das gesamte Methodenarsenal der Waldorfschule l\u00e4sst sich von da her verstehen: als ein umfassendes Arrangement von Hilfsmitteln, ein produktives Milieu, f\u00fcr die Selbsterziehung des jungen Menschen. Exemplarische Strategien finden sich in der Methodik s\u00e4mtlicher Fachgebiete des Waldorf-Lehrplans, man denke etwa an den ph\u00e4nomenologischen Astronomie-Unterricht nach Walter Kraul (2014),&nbsp; an die auf den Schularzt Eugen Kolisko zur\u00fcckgehende erste Chemiestunde, wie sie Peter Buck und Manfred von Mackensen in ihrer weit verbreiteten Studie zum naturwissenschaftlichen Unterricht in der Waldorfschule beschrieben und kommentiert haben (Buck &amp; Mackensen, 2006), an den Grammatik-Unterricht nach Erika D\u00fchnfort&nbsp; (1997), an die herausfordernde Ann\u00e4herung an die R\u00e4tsel der Bewusstseinsentwicklung der Menschheit, wie sie Andre Bartoniczek f\u00fcr den Geschichtsunterricht erprobt und einleuchtend beschrieben hat (Bartoniczek 2014).<\/p>\n\n\n\n<p>Als \u201eSch\u00f6pfung aus dem Nichts\u201c darf demgem\u00e4\u00df auch betrachtet werden, was Steiner ein Jahr nach der Begr\u00fcndung der Waldorfschule dem jungen Lehrerkollegium als esoterische Begr\u00fcndung idealen p\u00e4dagogischen Handelns ans Herz legt. Wohl aus der Einsicht, dass seine H\u00f6rer die erst unmittelbar vor der Schulgr\u00fcndung, im Vorbereitungskurs des Jahres 1919, vorgetragene Skizze der menschenkundlichen Grundlagen der angestrebten neuen P\u00e4dagogik f\u00fcr ihren Umgang mit den Sch\u00fclern noch nicht hinreichend umgesetzt hatten, deutet er auf eine Folge von drei Schritten p\u00e4dagogischer \u00dcbungspraxis. Grundlage sei das gedankliche Verarbeiten der anthroposophischen \u201eMenschenkunde\u201c, das \u201eStudium\u201c. Dieses sei in regelm\u00e4\u00dfiger \u00dcbung durch Meditation zu vertiefen und erreiche damit die unbewusste Ebene des \u201eschlafenden\u201c Wollens. Daraus werde dann in der aktuellen p\u00e4dagogische Situation ein \u201eErinnern aus dem Geist\u201c, ein gl\u00fccklicher Einfall f\u00fcr einen sicheren erzieherischen Griff. \u201eAbends meditieren Sie Menschenkunde und morgens quillt Ihnen heraus: Ja, mit dem Hans M\u00fcller musst du jetzt dies oder jenes machen &#8230;\u201c (Steiner, 1972, S. 52). Der Bezug zur Idee der \u201eSch\u00f6pfung aus dem Nichts\u201c leuchtet hier unmittelbar ein. Es geht nicht um eine kausalanalytisch zu deutende Herleitung aus irgendeiner Theorie, um einen durch Planung verursachten p\u00e4dagogischen Akt, sondern um situationsgem\u00e4\u00dfe Intuition.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass nach Steiners Auffassung \u201eIntuition\u201c keineswegs nur auf der erhabenen H\u00f6he ihrer Vollendung im mystischen Einweihungserlebnis gesucht werden darf. Sie sei ein Element des durchaus allt\u00e4glichen Erkenntnislebens. Steiner vergleicht Intuition mit \u201ePerlen\u201c, die wir, wie die H\u00fchner, unbeachtet am Wege liegen lassen (Steiner, 1992)<strong>.<\/strong> Das Wort \u201eIntuition\u201c werde mit Recht im allt\u00e4glichen Sinne gebraucht, weil \u201edie h\u00f6chste Erkenntnis \u00fcber das geistige Leben f\u00fcr das sittliche Gebiet bis in das einfachste, ja primitivste Menschengem\u00fct herunterkommen muss\u201c (Steiner, 2000, S. 71).<\/p>\n\n\n\n<p>Offensichtlich ist die N\u00e4he des damit gekennzeichneten Intuitionsbegriffs zu Friedrich Copeis Betrachtungen \u00fcber den \u201efruchtbaren Moment im Bildungsprozess\u201c (Copei, 1966; Schopf, 2011). Wer weiter sucht, mag auch an die \u00dcbungspraxis der k\u00fcnstlerischen Disziplinen im Zen-Buddhismus denken, an den ideellen Hintergrund der Teezeremonie oder des Blumensteckens (Ikebana).<\/p>\n\n\n\n<p>Die von Steiner angestrebte praktische Wirkung seiner Intuitionslehre d\u00fcrfte aber nicht nur davon abh\u00e4ngen, ob t\u00e4tige P\u00e4dagogen sich dazu entschlie\u00dfen, sich ernsthaft auf die esoterischen \u00dcbungswege einzulassen, die der Begr\u00fcnder der Waldorfp\u00e4dagogik in seinen Schriften und Vortr\u00e4gen beschreibt. Sie k\u00f6nnte auch zu einer Revision elementarer ethischer Orientierungen f\u00fchren, die angesichts der dramatischen Ver\u00e4nderungen der Lebensumst\u00e4nde von Kindern und Jugendlichen heute mehr denn je gefordert ist. Zum wenig hinterfragten professionellen Selbstverst\u00e4ndnis aller P\u00e4dagogen geh\u00f6rt heute die Anpassung an elaborierte Prozeduren von Planung und Evaluation. Wer auf den \u00fcblichen Wegen beruflicher Qualifikation daran gew\u00f6hnt worden ist, sich diesen Prozeduren zu unterwerfen, neigt dazu Intuitionen als St\u00f6rungen seines solide begr\u00fcndeten Berufsverhaltens zu betrachten. Wer hingegen es f\u00fcr denkbar h\u00e4lt oder gar darauf wartet, dass solche St\u00f6rungen ein betr\u00e4chtliches Bildungspotential eigener Art entfalten k\u00f6nnen, wird nicht mehr vor allem danach fragen, ob er alles \u201erichtig\u201c macht, ob er den Forderungen des Lehrplans, den Vorschriften einer Beh\u00f6rde oder der Waldorf-Tradition gerecht wird, sondern f\u00fcr ganz andere Perspektiven aufgeschlossen sein. Kann ich Freude daran entwickeln, wie Kinder und Jugendliche von sich aus \u201eBeziehungen zwischen Tatsachen\u201c herstellen, Zusammenh\u00e4nge entdecken,&nbsp; nach dem Sinn der Dinge fragen? Kann ich mich mit gesteigerter Empathie auf aktuelle Seelenlagen einlassen? Kann ich unerwartete Situationen realistisch einsch\u00e4tzen und aufgreifen? Kann ich meiner Phantasie in solchen Situationen freien Spielraum gew\u00e4hren? Schon Nel Noddings und Paul J. Shore, die in ihrer grundlegenden Schrift von 1984 vom \u201eErwecken des inneren Auges\u201c gesprochen haben, weisen auf solche elementaren Fragen hin (Noddings &amp; Shore, 1984). Der Kognitionspsychologe Robin M. Hogarth pl\u00e4diert in einem betont unkonventionellen Buch&nbsp; f\u00fcr \u201eplayful exploration\u201c. In seinem Kapitel \u201eExplore Connections\u201c kommt er dem Steinerschen Herstellen von \u201eBeziehungen zwischen den Tatsachen\u201c bemerkenswert nahe.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eInstead of accepting the terms in which problems are explicitly stated, we should give or imagination free rein and see where it takes us\u201c <br>(Anstatt die Bedingungen zu akzeptieren, unter denen Probleme explizit genannt werden, sollten wir unserer Phantasie freien Lauf lassen und sehen, wohin sie uns f\u00fchrt. [Red])<\/p>\n<cite>Hogarth, 2010, S. 210<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Kunst des freien Erz\u00e4hlens k\u00f6nnte daf\u00fcr eine Schl\u00fcsselrolle spielen (Oehlmann, 2007), auch die Pflege eines Sinns f\u00fcr Humor, wof\u00fcr Steiner, mit Bezug auf Jean Paul, eine besondere \u201eEpoche\u201c des Deutschunterrichts der neunten Klasse seiner Schule vorgeschlagen hat (Konferenz vom 17. Juni 1921, in Steiner, 1975, S. 22f.). Umberto Eco hat in seinem bekannten Kriminalroman \u201eDer Name der Rose\u201c die verlorene Abhandlung des Aristoteles \u00fcber das Komische zum gef\u00e4hrlichsten Buch der Weltgeschichte erkl\u00e4rt: eine Kampfansage gegen den Ungeist von L\u00fcckentexten, Arbeitsb\u00f6gen, Multiple Choice-Wettbewerben, PISA-Testb\u00f6gen oder die uns\u00e4gliche Banalit\u00e4t der g\u00e4ngigen Ratgeber f\u00fcr Pr\u00fcfungsvorbereitungen (\u201eAbiturwissen\u201c und dergleichen).<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss nicht an Steiners Lehre von den Engel-Hierarchien glauben oder an die \u00fcbersinnlichen Welten, die er mit seinem unabl\u00e4ssigen Suchen nach der begrifflichen Durchdringung von Wahrnehmungen auf h\u00f6heren Stufen der Emergenz zu fassen versucht hat, um seinen Begriff von Intuition f\u00fcr aufschlussreich und anregend zu halten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">____________________________<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bockem\u00fchl, M. &amp; Kugler, W. (1993). <em>DenkZeichen und SprachGeb\u00e4rde. Tafelzeichnungen Rudolf Steiners. <\/em>Stuttgart: Urachhaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Bartoniczek, A. (2014). <em>Die Zukunft entdecken. Grundlagen des Geschichtsunterrichts. <\/em>Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Buck, P. &amp; Mackensen, M. von (2006). <em>Naturph\u00e4nomene erlebend verstehen. \u00dcber Physik- und Chemieunterricht an Waldorfschulen und ihre erkenntnismethodische und didaktische Grundlegung.. <\/em>K\u00f6ln: Aulis.<\/p>\n\n\n\n<p>Copei, F. (1966). <em>Der fruchtbare Moment im Bildungsprozess. Heidelberg: Quelle und Meyer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Demisch, E. &amp; Greshake-Ebding, Ch., Kiersch, J., Schl\u00fcter, M., Stocker, G. (Hg.) (2014). <em>Steiner neu lesen. Perspektiven f\u00fcr den Umgang mit Grundlagentexten der Waldorfp\u00e4dagogik.<\/em> Frankfurt a. M.: Peter Lang.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00fchnfort, E. (1997). <em>Der Sprachbau als Kunstwerk. Grammatik im Rahmen der Waldorfp\u00e4dagogik. <\/em>Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Faivre, A. (2001). <em>Esoterik im \u00dcberblick. <\/em>Freiburg: Herder.<\/p>\n\n\n\n<p>Florenski, P. (1991). <em>&nbsp;An den Wasserscheiden des Denkens. Ein Lesebuch..<\/em> Berlin: Kontext.<\/p>\n\n\n\n<p>Gigerenzer, G. (2007). <em>Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. <\/em>M\u00fcnchen: Bertelsmann.<\/p>\n\n\n\n<p>Heusser, P. (2011). <em>Anthroposophische Medizin und Wissenschaft<\/em>. Stuttgart: Schattauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffmann, D. M. (2011). Rudolf Steiners Hadesfahrt und Damaskuserlebnis. Vom Goetheanismus, Individualismus, Nietzscheanismus, Anarchismus und Antichristentum zur Anthroposophie. In: Uhlenhoff, R. (Hg.). <em>Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart. <\/em>Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag, S. 89-123.<\/p>\n\n\n\n<p>Hogarth, R. M. (2001). <em>Educating Intuition.<\/em> Chicago &amp; London: The University of Chicago Press.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaiser, U. (2011). Wann wird das symbolische Gewand fallen?\u201c Dogma und Methode. Zur Hermeneutik des Steinerschen Werks. In: <em>die Drei <\/em>8-9\/2011. S. 41-55.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaiser, U. (2014). Das Performative als urspr\u00fcngliche Dimension der Anthroposophie. In: <em>die Drei <\/em>10\/2014, S. 11-25.<\/p>\n\n\n\n<p>Kiersch, J.(2011). Waldorfp\u00e4dagogik als Erziehungskunst. In: Uhlenhoff, R.: <em>Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart.&nbsp; Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag, S. 423-476.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kraul, W. (2014). <em>Erscheinungen am Sternenhimmel. Die Bewegungen der Gestirne beobachten und verstehen. <\/em>Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nieke, W. (1999). Intuition aus philosophischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht. In:&nbsp; Buchka, M. (Hg.).<em> Intuition als individuelle Erkenntnis- und Handlungsf\u00e4higkeit in der Heilp\u00e4dagogik<\/em>. Luzern: Edition der Schweizerischen Zentralstelle f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik, 1999. S. 11-23.<\/p>\n\n\n\n<p>Noddings, N. &amp; Shore, P. (1984).<em> Awakening the Inner Eye. Intuition in Education.<\/em> New York und London: Teachers College, Columbia University.<\/p>\n\n\n\n<p>Oehlmann, Ch. (2007). <em>Einfach erz\u00e4hlen! Ein \u00dcbungsbuch zum freien und gestalteten m\u00fcndlichen Erz\u00e4hlen. <\/em>Paderborn: Junfermann.<em>&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Oschatz, K. (2015). Intuition und Lernen \u2013 Zur Bedeutung impliziter Prozesse in Lernkontexten. In: <em>Bildung und Erziehung<\/em> 68 (2015) 1, S. 25-40.<\/p>\n\n\n\n<p>Sam, M. M. (2000). <em>Bildspuren der Imagination. Rudolf Steiners Tafelzeichnungen als Denkbilder.<\/em> Dornach: Rudolf Steiner Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Sam, M. M. (2002). \u201eEin Stil, der vorgestelllt werden kann durch und durch in Bildern.\u201c Die Veranlagung imaginativen Denkens durch Rudolf Steiners Tafelzeichnungen und Sprachstil. In: R. Halfen &amp; A. Neider: <em>Imagination. Das Erleben des schaffenden Geistes. <\/em>Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben, S. 69-103.<\/p>\n\n\n\n<p>Sam, M. M. (2004). <em>Im Ringen um eine neue Sprache. Rudolf Steiners Sprachstil als Herausforderung. <\/em>Dornach: Verlag am Goetheanum.<\/p>\n\n\n\n<p>Scheurle, H. J. (1984). <em>Die Gesamtsinnesorganisation. \u00dcberwindung der Subjekt-Objekt-Spaltung in der Sinneslehre.<\/em> Stuttgart: Thieme.<\/p>\n\n\n\n<p>Schopf, J. (2011). <em>Die Bedeutung des \u201efruchtbaren Moments im Bildungsprozess\u201c bei Friedrich Copei vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion der Prozessqualit\u00e4t von Unterricht. <\/em>Diplomarbeit an der Universit\u00e4t Wien.<\/p>\n\n\n\n<p>Sinclair, M. (Hg.) (2011). <em>Handbook of Intuition Research<\/em>. Cheltenham: Edward Elgar.<\/p>\n\n\n\n<p>Steiner, R. (1959). Evolution, Involution und Sch\u00f6pfung aus dem Nichts. Vortrag vom 17. 6. 1909. In: <em>Geisteswissenschaftliche Menschenkunde<\/em>. GA 107. S. 297- 320.<\/p>\n\n\n\n<p>Steiner, R. (1972). Vortrag vom 21. 9. 1920. In: <em>Erziehung und Unterricht aus Menschenerkenntnis. <\/em>GA 302a. S. 41-53.<\/p>\n\n\n\n<p>Steiner, R. (1975). <em>Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule in Stuttgart 1919 bis 1924. <\/em>Bd. 2. GA 300\/2.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Steiner, R. (1992). Vortrag vom 29. 5. 1913. In: <em>Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita<\/em>. GA 146. S. 29-36.<\/p>\n\n\n\n<p>Steiner, R. (2000). Fragenbeantwortung am 20. 8. 1923. In: <em>Initiations-Erkenntnis.<\/em> GA 227. S. 71-80.<\/p>\n\n\n\n<p>Steiner, R. (2015). <em>Die Stufen der h\u00f6heren Erkenntnis. SKA 7. S. 167-209.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nach einem Vortrag an der Freien Hochschule Seminar f\u00fcr Waldorfp\u00e4dagogik in Stuttgart am 18. 3. 2016.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Kiersch Sch\u00f6pfung aus dem Nichts Anmerkungen zum Begriff der p\u00e4dagogischen Intuition bei Rudolf Steiner[1] &nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u201eIch trage die Rosen, weil ich will.\u201c \u201eUnd warum willst du denn?\u201c fragte der Reiter. \u201eF\u00fcr den Willen gibt es keine Ursache\u201c, sagte das M\u00e4dchen. \u201eWenn man vern\u00fcnftig ist, gibt es f\u00fcr den Willen immer eine Ursache\u201c, erwiderte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ocean_front_end_style_editor":"no","ocean_post_layout":"","ocean_both_sidebars_style":"","ocean_both_sidebars_content_width":0,"ocean_both_sidebars_sidebars_width":0,"ocean_sidebar":"","ocean_second_sidebar":"","ocean_disable_margins":"enable","ocean_add_body_class":"","ocean_shortcode_before_top_bar":"","ocean_shortcode_after_top_bar":"","ocean_shortcode_before_header":"","ocean_shortcode_after_header":"","ocean_has_shortcode":"","ocean_shortcode_after_title":"","ocean_shortcode_before_footer_widgets":"","ocean_shortcode_after_footer_widgets":"","ocean_shortcode_before_footer_bottom":"","ocean_shortcode_after_footer_bottom":"","ocean_display_top_bar":"default","ocean_display_header":"default","ocean_header_style":"","ocean_center_header_left_menu":"","ocean_custom_header_template":"","ocean_custom_logo":0,"ocean_custom_retina_logo":0,"ocean_custom_logo_max_width":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_width":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_width":0,"ocean_custom_logo_max_height":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_height":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_height":0,"ocean_header_custom_menu":"","ocean_menu_typo_font_family":"","ocean_menu_typo_font_subset":"","ocean_menu_typo_font_size":0,"ocean_menu_typo_font_size_tablet":0,"ocean_menu_typo_font_size_mobile":0,"ocean_menu_typo_font_size_unit":"px","ocean_menu_typo_font_weight":"","ocean_menu_typo_font_weight_tablet":"","ocean_menu_typo_font_weight_mobile":"","ocean_menu_typo_transform":"","ocean_menu_typo_transform_tablet":"","ocean_menu_typo_transform_mobile":"","ocean_menu_typo_line_height":0,"ocean_menu_typo_line_height_tablet":0,"ocean_menu_typo_line_height_mobile":0,"ocean_menu_typo_line_height_unit":"","ocean_menu_typo_spacing":0,"ocean_menu_typo_spacing_tablet":0,"ocean_menu_typo_spacing_mobile":0,"ocean_menu_typo_spacing_unit":"","ocean_menu_link_color":"","ocean_menu_link_color_hover":"","ocean_menu_link_color_active":"","ocean_menu_link_background":"","ocean_menu_link_hover_background":"","ocean_menu_link_active_background":"","ocean_menu_social_links_bg":"","ocean_menu_social_hover_links_bg":"","ocean_menu_social_links_color":"","ocean_menu_social_hover_links_color":"","ocean_disable_title":"default","ocean_disable_heading":"default","ocean_post_title":"","ocean_post_subheading":"","ocean_post_title_style":"","ocean_post_title_background_color":"","ocean_post_title_background":0,"ocean_post_title_bg_image_position":"","ocean_post_title_bg_image_attachment":"","ocean_post_title_bg_image_repeat":"","ocean_post_title_bg_image_size":"","ocean_post_title_height":0,"ocean_post_title_bg_overlay":0.5,"ocean_post_title_bg_overlay_color":"","ocean_disable_breadcrumbs":"default","ocean_breadcrumbs_color":"","ocean_breadcrumbs_separator_color":"","ocean_breadcrumbs_links_color":"","ocean_breadcrumbs_links_hover_color":"","ocean_display_footer_widgets":"default","ocean_display_footer_bottom":"default","ocean_custom_footer_template":"","ocean_post_oembed":"","ocean_post_self_hosted_media":"","ocean_post_video_embed":"","ocean_link_format":"","ocean_link_format_target":"self","ocean_quote_format":"","ocean_quote_format_link":"post","ocean_gallery_link_images":"on","ocean_gallery_id":[],"footnotes":""},"categories":[6,25],"tags":[],"class_list":["post-246","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anthroposophie","category-erkenntnisstufen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/246","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=246"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/246\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":299,"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/246\/revisions\/299"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}