{"id":249,"date":"2023-09-17T10:03:15","date_gmt":"2023-09-17T09:03:15","guid":{"rendered":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/?p=249"},"modified":"2023-10-22T18:29:18","modified_gmt":"2023-10-22T17:29:18","slug":"gedanken-zu-korrespondenzblaetter-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anthroposophie.online\/WP\/blog\/gedanken-zu-korrespondenzblaetter-7\/","title":{"rendered":"Gedanken zu Korrespondenzbl\u00e4tter 7"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Elisabeth G\u00f6bel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich das ganze 7. Korrespondenzblatt auf mich wirken lasse, auch als Nachklang, kann ich in ihm den doppelten Zeitstrom in 5 Teilen erleben. Einige Gedanken im Hinblick auf den Weg der 19 Klassenstunden m\u00f6chte ich dazu festhalten, sie entgleiten sonst so leicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Teil ist zu dem Forschen um Verst\u00e4ndnis von LOGOS und SOHN dort die Frage gestellt, ob Rudolf Steiner in diesen beiden Worten die gleichen, oder ob er unterschiedliche Wesenheiten meint. Dazu habe ich die Frage, ob es ohne viel Textforschung auch legitim ist, zwei verschiedene Beziehungen zu meinem Inneren aufzusuchen, Empfindungen von zwei Wegen zum zentralen Ereignis unserer Erdenentwicklung. LOGOS kommt aus unfasslich kosmisch weiten R\u00e4umen wie ein alles umfassender Klang im Weltenall \u2013 weder kalt noch warm , nur gewaltig. &#8211; SOHN hingegen trifft mich im Innern wie ein heller W\u00e4rmestrahl. Da tauchen die r\u00e4tselhaften S\u00e4tze Rudolf Steiners vor mir auf:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201eEs ist ein Gl\u00e4nzen nicht von Licht, es ist ein Gl\u00e4nzen von Liebe. Denn in denjenigen Orten, wo dasjenige, was sonst im Umfange ist, sich im Mittelpunkte sammelt, liegen auch die Urspr\u00fcnge der Liebesm\u00e4chte.\u201c<\/p>\n<cite>Rudolf Steiner 11. Kl-Std. 3. Mantram<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p> Mit der Tat sollen wir dort antworten. &#8211; Es sind verschiedene Wege zu dem zentralen Paulus-Wort. In der Kinderhandlung der CG und auch in der Schulfeier antworten die Kinder: \u201eIch will Ihn suchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich, wie in der 13. Klassenstunde, vom H\u00fcter \u00f6ffnend, wie uns von der ersten Hierarchie zugerufen wird, auf was wir in uns blicken sollen. Ich sp\u00fcre, ich kann es nicht erf\u00fcllen ohne Ihn. Und nun kann man aus der Zukunft des Mantrenweges in seiner Gesamtheit h\u00f6ren, wie in der 14. Stunde der H\u00fcter, mahnend am Abgrund stehend, seine Rechte gegen uns wendend, tief einschneidend vier Fragen an uns richtet. Eingespannt in die Widersacherm\u00e4chte antwortet in uns Christus aus Seelentiefen. Dabei sind wir in unseren Herzen angekommen. Nun treffen sich die beiden Zug\u00e4nge im Empfinden und im Vertiefen in LOGOS und SOHN als eine neue Qualit\u00e4t wie ein neuer Einschlag oder einer Geburt. Mir ist verst\u00e4ndlich, dass Rudolf Steiner in seinen Vortr\u00e4gen denjenigen Begriff ergreift, der seinem eingeschlagenen Weg entspricht. Dem w\u00fcrde der Entwicklungsgedanke seines Forschungsweges nicht widersprechen. Aus der Zukunft scheint mir in aller Zartheit die 19. Stunde in ihrer Dreieinigkeit, in ihrer Entfaltung der Gottheit innerhalb der 1. Hierarchie entgegen zu leuchten, da die letzten Zeilen der drei Mantrenstrophen gleichlautend t\u00f6nen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann im zweiten Teil widmet sich das Korrespondenzblatt in eindr\u00fccklicher Weise der esoterisch j\u00fcdischen Tradition. \u201eDie Umkehr zur Sph\u00e4re des Heiligen als gegenw\u00e4rtige Wirklichkeit, zu der der gegenw\u00e4rtige Mensch wirklich Zugang gewinnen kann\u201c, so hei\u00dft es nun. Es ist ja auch inzwischen das Michael-Zeitalter f\u00fcr alle Menschen eingetreten. Michael tr\u00e4gt jetzt das Antlitz Christi und nicht mehr das des Jehovah. Das merkt man den wunderbaren Ausf\u00fchrungen an \u201ein der Dimension eines heiligen Humanismus\u201c. Sie sind ja im 20. Jahrhundert gemacht worden. Das aber die \u201eDenkweise\u201c<sup data-fn=\"75447af5-0b8e-436b-945f-d372cfaeef37\" class=\"fn\"><a href=\"#75447af5-0b8e-436b-945f-d372cfaeef37\" id=\"75447af5-0b8e-436b-945f-d372cfaeef37-link\">1<\/a><\/sup> nach Golgatha sich um der Ich-Entfaltung willen von Blutsbanden, grundlegenden \u201eisraelische(n) Einschlag\u201c freik\u00e4mpfen musste und dadurch f\u00fcr alle V\u00f6lker der Erde gelten kann, ist tief zu empfinden. Darin besteht ja die \u201eZeitenwende\u201c (s. Grundsteinspruch).<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird die Sch\u00f6pfung aus dem Nichts besprochen, den \u201eUrsprung oder Quellort, der gleichsam ans Jenseits des Seins\u201c grenzt oder sogar \u00fcberschreitet. Was ist das Nichts? Bei dieser Ausf\u00fchrung gedenke ich wieder des obengenannten Zitates aus der 11. Stunde. &#8211; Da wir als heutige Menschen gen\u00f6tigt sind, es von innen her erarbeiten m\u00fcssen &#8211; so denke ich &#8211; um im Bewusstseinszeitalter zu einer Wirklichkeit des Geistes vorzusto\u00dfen, sollten Weisheiten zum menschlichen Inneren eine Beziehung haben k\u00f6nnen. Ich verstehe darum, dass R.Steiner zu den Bem\u00fchungen der damaligen Theosophen sagte, die mit 7&#215;7 usw. Wurzelrassen auch vor die Sch\u00f6pfung geraten wollten, dass es f\u00fcr die Menschheitsentwicklung nicht relevant sei. Stattdessen ist ein Ursprung aus rein geistiger W\u00e4rme in eine Ver\u00e4u\u00dferung, die mit der unendlichen sch\u00f6pferischen Ur-Liebe zu verstehen ist, ahnend nachvollziehbar. Nicht aus der Vereinigung von \u201eirdischem Intellekt und himmlischer Weisheit\u201c entsteht etwas Neues, wie es in der j\u00fcdischen Auffassung hei\u00dft, sondern &#8211; so verstehe ich es &#8211; ist es ein Vereinen von Liebe, Weisheit und Weltenwillen. Dabei stehen wir nun in der zweiten Zeitenwende. Die Ann\u00e4herung an ein Erlebnis von \u201edem Nichts\u201c kann vielleicht im leeren Bewusstsein f\u00fcr Augenblicke erreicht werden? Und hier kommt der doppelte Zeitstrom zur Geltung, wenn wir der 18. Stunde entgegen sehen. Die Umwandlung unseres ganzen Menschen ist dort durch die vorigen Klassenstunden vorbereitet, \u201edem Nichts\u201c zu begegnen, kraftvoller, als in der ersten Stunde vom H\u00fcter geforderten Ausl\u00f6schung des \u00e4u\u00dferen Sinnenscheins, um diese in ihm wirkenden geistigen Realit\u00e4ten immer mehr wahrzunehmen lernen. Kann da nicht auch das Empfinden einer F\u00fclle eintreten, die als keimende M\u00f6glichkeiten schon im Urbeginne schlummerten?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist nicht der Mensch als dreigliedriges Wesen ein Ebenbild Gottes? Die Gottheit in ihrer Dreifaltigkeit als Einheit eine Unvollkommenheit? Das sind die Fragen, die mir beim Lesen \u00fcber die j\u00fcdische Esoterik kamen.W\u00e4re der Anfang alles Werdens nicht fassbarer, wenn man durch die Pr\u00fcfung der 18. Stunde durchgegangen w\u00e4re und nun in der 19. Stunde in die Welt der Quellorte des Urseins der Liebe, des Lichtes und des Lebens gewiesen wird? Die Zukunft des Zyklus der Klassenstunden leuchtet uns wieder entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wunderbar steht nun in der inhaltlichen Mitte des Korrespondenzblattes der dritte Teil der f\u00fcnf Themen die zweite Tafel, in der der H\u00fcter sich zeigt als der Bote Michaels, der in der k\u00fcrzesten Formulierung die Aufgabe des Erdenmenschen in sich tr\u00e4gt. Im Bericht einer Gespr\u00e4chsarbeit wird gemeinsam beleuchtet, wie ein Mantram in seiner Struktur, der Wortwahl und des Sinnbogens richtende Kr\u00e4fte in sich birgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als vierten Teil &#8211; also gleich nach der inhaltlichen Mitte dieses Heftes -, kann ich die ersten beiden Beitr\u00e4ge des Berichtes einer Forschungstagung in Hamburg erleben. Das Thema war der \u201eAufgabe zur Verankerung des Reinkarnationsgedankens zum sozialen Heil der europ\u00e4ischen Kultur neu zu verankern\u201c gewidmet. Im ersten Bericht waren Beschreibungen von aufleuchtenden Erinnerungen im jetzigen Leben wie aus vergangenen Zeiten, in der Hoffnung, \u00e4hnliche Erlebnisse bei den Teilnehmenden hervor zu locken, um die Aufgabenstellung mit eigenen Erfahrungen verbinden zu k\u00f6nnen. Im zweiten Bericht war die Frage nach \u201edes Gewissens Seelenf\u00fchrung\u201c in der 13. Stunde aufgeworfen. Der Entwicklungsgesichtspunkt des Gewissens, wie er zutage tritt im vorchristlichen Zeitalter: Indem er sich \u00fcberhaupt erst nach einem Nicht-Vorhandensein langsam regt im Gegensatz zur nachchristlichen Zeit, nach dem der erm\u00f6glichende Wendepunkt f\u00fcr die menschliche Seele durch Golgatha gegeben war. Hier ist das Pendant zur j\u00fcdischen Tradition zu erleben. Als Vorbereitung der Gewissensbildung mussten erst Gebote, dann die Gesetze erf\u00fcllt werden. Heute geh\u00f6rt es im Leben dazu, sich von innen her zu f\u00fchren und im Augenblick das f\u00fcr ihn und seinem Weltzusammenhang das Richtige zu tun, was nicht immer leicht ist. &#8211; Auch wenn Christi Taten im Neuen Testament weit \u00fcber dem menschlichen Gewissensgef\u00fchl steht, so kann man doch dort sehen, wie wohl alle Heilungen, Taten der Liebe, am Sabbat stattfinden und der Sonnabend gerade dadurch geheiligt wird. Die Heilungen sind m\u00f6glich, weil der Kranke oder seine F\u00fcrsprecher sagen: \u201eIch will gesund werden!\u201c Ein Urbild f\u00fcr uns alle: Ich will gesund werden! Die Heilstat am Sabbat geschah, das Gesetz durchbrechend als das Im- Augenblick- Richtige zu tun, das AufrICHtende (da ist auch &#8230;I-C-H&#8230; enthalten), das mit einer grundlegenden Verwandlung des Kranken zu tun hat \u2013 eine kleine Auferstehung, die im Gro\u00dfen des Weltgeschehens am Sonntag, dem Sonnentag, im Gegensatz zum Saturntag geschah. (Hierzu E. Bock \u201eDas Evangelium\u201c, S.314). Mit der Frage der Gewissensf\u00fchrung scheint mir die 16. Stunde aus der Zukunft entgegen zu kommen bis hin zu der gro\u00dfen Bitte um die Geisterl\u00f6serm\u00e4chte, die wir stellen m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im dritten Bericht dieser Forschungstage in Hamburg, dem 5. Teil inhaltlich gesehen, wird nun dem doppelten Zeitstrom nachgegangen. Diese \u00dcberschrift gab mir die Anregung, den Beitrag zu schreiben, da ich in diesem Heft Form und Inhalt \u00fcbereinstimmend erlebte. Dort kann man die Auswirkungen der Fragen des ersten Teiles verfolgen, wie ein Darinnenstehen im Zeitstrom ein Weg vom Ich zum Welten-Ich werden kann \u2013 in die Zukunft hinein, von da strahlt sie uns entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unvorstellbar schrecklich w\u00e4re es doch, die Sinngebung des Reinkarnationsgedankens nicht zu haben &#8211; mit ihm aber auch das eigene Ungen\u00fcgen zu sp\u00fcren, das Gewissen, das jetzige Leben gegen\u00fcber der letzten Inkarnation nicht voll genutzt zu haben. Es kann nicht immer leicht zu ertragen sein. Manchmal w\u00fcnscht man sich \u201eeinen Ziegelstein\u201c. Mich traf er jetzt, schon 93j\u00e4hrig, in Form einer Schwerh\u00f6rigkeit nach der Corona<sup data-fn=\"866b9bc4-8028-4472-8322-04c00e92f8f8\" class=\"fn\"><a href=\"#866b9bc4-8028-4472-8322-04c00e92f8f8\" id=\"866b9bc4-8028-4472-8322-04c00e92f8f8-link\">2<\/a><\/sup>. Dieser Ziegelstein sorgt daf\u00fcr &#8211; nun ohne viel Termine &#8211; , dass Blumen, V\u00f6gel und Himmelserscheinungen jeglicher Art zu Freunden werden, sich an Menschen zu freuen und das Umgehen mit Mantren einen wesentlich existenzielleren Duktus haben als vorher \u2013 und ich wei\u00df jetzt, warum ich so alt werden muss. Der R\u00fcck- und Vorblick wird ahnend deutlicher, so dass der Schluss des Korrespondenzblattes mir sehr nahe geht und deren Ausblicke in neue Vorhaben in Gemeinschaftlichem gro\u00dfe Freude bereitet, dass so etwas Fortschrittliches geschehen wird in unserer immer schwerer werdenden Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt m\u00f6chte ich doch zum Schluss noch eine Frage stellen. Durch Udi Levi ist mir eine Aussage von Rudolf Steiner \u00fcbermittelt worden, in der er einem j\u00fcdischen Mitglied in Jerusalem gesagt habe, dass die Juden in Zukunft noch eine gro\u00dfe Aufgabe h\u00e4tten. Im Zusammenhang mit dem Vortrag vom 7.3.1914 ( Vortrag in \u201eVorstufen&#8230;\u201c) frage ich, ob das die Kraft des \u201e\u00dcbe Geist-Erinnerns\u201c, das die Juden in ihrem Sinne durch Jahrtausende ge\u00fcbt haben, und wenn es dann verwandelt, durchchristet w\u00e4re, gemeint sein k\u00f6nnte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">_________________________<\/p>\n\n\n<ol class=\"wp-block-footnotes\"><li id=\"75447af5-0b8e-436b-945f-d372cfaeef37\">Es sind nicht Menschen damit gemeint. Die Achtung der Pers\u00f6nlichkeit hat Vorrang <a href=\"#75447af5-0b8e-436b-945f-d372cfaeef37-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 1 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"866b9bc4-8028-4472-8322-04c00e92f8f8\">Die Corona-Krankheit scheint mir nicht aus dem pers\u00f6nlichen Schicksal zu kommen, sondern aus einem Menschheitlichen als Spiegel einer Zeitkrankheit. Wo sie einen trifft und wie man mit ihr umgeht, das ist wohl individuell <a href=\"#866b9bc4-8028-4472-8322-04c00e92f8f8-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 2 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elisabeth G\u00f6bel Wenn ich das ganze 7. Korrespondenzblatt auf mich wirken lasse, auch als Nachklang, kann ich in ihm den doppelten Zeitstrom in 5 Teilen erleben. Einige Gedanken im Hinblick auf den Weg der 19 Klassenstunden m\u00f6chte ich dazu festhalten, sie entgleiten sonst so leicht. 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