Inhaltsverzeichnis
Fragen und Beiträge zur Geistesforschung
- Christoph Hueck: „Strahlender als die Sonne„
- Christoph Hueck: Das leibfeie Bewusstsein in der Meditation
- Ronald Templeton: Das dritte Auge und die Orientierung im übersinnlichen Wahrnehmen
- Ronald Templeton: Mögliche Schritte zur übersinnlichen Wahrnehmung
- Rolf Heine: Innere Ruhe
- Andreas Heertsch: Eine kleine Liebeserklärung an Georg Maier
- Andreas Heertsch: Wissenschaft des alten und des neuen Testaments
- Andreas Heertsch: Aus der Perspektive des Anderen
Ankündigungen
- Thomas Mayer/Agnes Hardorp: Meditationswochenenden am Quellhof und in Dornach
- Kolloquium zur übersinnlichen Wahrnehmung, Dornach, 2. Nov. 2024
- Hochschule in Entwicklung, Stuttgart 22./23. Nov. 2024
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser
mit dieser Ausgabe beginnen wir eine neue Rubrik: Fragen und Beiträge zur Geistesforschung. Die Möglichkeiten und Fähigkeiten übersinnlicher Erfahrung haben mit dem Jahrhundertwechsel eine Erweiterung erfahren: Immer mehr entdecken in sich Bewusstseinsinhalte, die ihnen Darstellungen Rudolf Steiners erfahrungsmässig zugänglich machen.
Da Anthroposophie als Geisteswissenschaft beginnt, scheint es an der Zeit, diese Erfahrungen geisteswissenschaftlich zu erarbeiten. Damit meine ich, dass neben der Erfahrung selbst zwei weitere Aspekte wichtig werden:
- Kann ich meine Erfahrungen so darstellen, dass ein Leser/Zuhörer, der guten Willens ist, meiner Darstellung folgen kann? (Traditionell „Lehre“ genannt)
- Kann ich meine Erfahrungen sichern? D.h. kann ich sie in einen Erkenntnishorizont so einbetten, dass sich ein Evidenzgewebe ergibt? (Traditionell „Forschung“ genannt)
In diesem Sinne möchte ich Sie auffordern, machen Sie Ihr esoterisches Schatzkästlein auf und lassen Sie uns Leser teilnehmen an Ihrer „Art, das Geistesselbst zu leben“ (Maria in Pforte der Einweihung, 1. Bild). Beiträge, die eine Erfahrung schildern und dann charakterisieren, wie diese Erfahrung ihre geisteswissenschaftliche Einbindung findet, sind hochwillkommen!
Dass Rudolf Steiner sich mit der Weihnachtstagung entschliesst, Esoterik in Form einer Hochschule in die Öffentlichkeit zu stellen und damit die traditionellen Formen von Geheimbünden und esoterischen Schulen zu verlassen, zeigt (mir), dass er mit Geisteswissenschaft Ernst macht.
Dass diese Hochschule danach für viele, die mit diesem Anliegen und eigenen Erfahrungen in ihr wirksam werden wollten, eher zu einer Institution (der Bewahrung) des Gewordenen mutierte, die auf Neues ängstlich und eher zurückhaltend reagierte, gehört wohl zu jener Dornenhecke, die einem Fluch der 13. Fee zufolge zwar nicht ihren Untergang, aber doch ihre 100 jährige (weitgehende) Lähmung (dank der Milderung des Fluches durch die 12. Fee) zur Folge hatte.
Wer also von einer irdisch gewordenen Michael-Schule erwartet, dass sie ihrem geistigen Urbild entspreche, der möge seine eigene Biographie an seinen vorgeburtlichen Entschlüssen messen. Wenn ich auf meine Realisation meiner ursprünglichen Ideale blicke, werde ich jedenfalls im Blick auf diese – auf Werden angelegte – Hochschule milde….
Andreas Heertsch