Elisabeth Wutte (1949 – 2023)

Ach Lizbeth, dass du nun in die himmlischen Welten gegangen bist ist richtig schade!!! Dein lustiges Lachen, deine helle Stimme, dein funkelndes Interesse, deine kreative Aktionsbereitschaft – das ist hier auf der Erde, und in diesen Zeiten, etwas so Nötiges, so Schönes! So hab Dank für deinen überreichen Segen, den wir, unter vielem Anderen eben in der Gemeinschaft der ersten Ausbildung für „Spirituelle Organisationsentwicklung“ am Quellhof so geniessen konnten – in diesen schönen Jahren von 2013 – 2016. Tiefer Eindruck auch: deine Abschlusspräsentation zu „Soziale Aspekte der 15. Klassenstunde – Das Mitwirken der 3. Hierarchie im sozial agierenden Menschen“ – deinem Metier! Das lebte in dir, wie als sozialer Antrieb, aber auch wie als Antrieb für Hochschule, Geistesforschen und Christus-artiges Verstehen und Entwickeln der Erdenkultur: “Empfinde, wie wir in deinem Denken empfinden” – weisen die Engel uns ins Sozialempfinden hinein, “Erlebe, wie wir in deinem Fühlen erleben” - weisen uns die Erzengel tiefer ins Sozialagieren hinein, “Schaue, wie wir in deinem Wollen schauen” - weisen uns die Archai ins Sozialdurchschauen hinein. Schöpferisches Tun war angeknüpft daran. So zuerst diese immer kreativen Gespräche – immer up to date in allem Anthroposophischen: über die tiefste Esoterik, den Fortgang der Michaelschule, den konkreten Umgang mit den Klassenstunden, das Zusammenführen der Strömungen, das Zugehen auf die neuen Generationen, den Umgang mit dem Weltgeschehen und den Flüchtlingen. Du warst, wie so oft in den Weltereignissen, sofort aktiv, halfst, organisiertest unmittelbar ein Seminar zur Flüchtlingsfrage im „Quellhof“ mit Annemarie Thimm! Du hattest schon soviel gemacht, als ich dich traf – Theater, Lehrerin, Theaterpädagogik in Herdecke, Muttersein, Waldorfpädagogik, Sprachförderung, Dozentin, Fortbildungen für Waldorferzieherinnen, „Start International“ – Nothilfeeinsätze in vielen Hilfsgebieten, Dreigliederung, Christologie, Bücher schreiben1, Mysteriendramen, Klassenstunden usw. usw. Quelle: waldorfbuch.de Wir hatten uns Anfang der 2000er im Lindengarten, bei Legau im Allgäu getroffen, als du nachfragend und begeistert interessiert mit Heinz Friedrich zu einem der ersten Seminare zu meinem „Seelischen Beobachten in der Natur“ vom Bodensee her angereist kamst. Und es war sehr innig draussen in der herrlichen Natur, nahe der Iller, zusammen wahrzunehmen bis in den Sonnenuntergang hinein. Mit Heinz Friedrich und seiner lieben Frau hattet ihr damals am Bodensee schon mutig und eigenständig freie Klassenstunden gestaltet, Mysteriendramen eingeübt usw.! Kräftige, kreative, tiefgreifende Arbeit! Die intimsten Gespräche mit dir waren die über Christus, du hattest auch eine Christusbegegnung erlebt und dadurch die Offenheit für Christuserfahrene andere Christen geelebt, dich bei der alt-steifen Anthroposophengarde unbeliebt gemacht, Isolation erlitten – und warst deinen Weg einfach wacker und doch so sensibel, und immer der mitfühlenden Tränen mächtig, weitergegangen. Dann wieder deine Idee und dies schöpferische Zugreifen und Tun: die unendlich verbollwerkte Entwicklungsverhinderung durch…

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Neue Mysterien

Mysteriengestaltungen der Gegenwart und Zukunft „Auferstehung der Weihnachtstagung“ durch konkrete Vertiefungen von Wahrnehmungs- und Sozialfähigkeiten Angesichts der vielen Fazits von Betrachtungen zu „100 Jahre Weihnachtstagung“ und der Hoffnung auf ihre Auferstehung1, soll im Folgenden ein konkreter Ausblick auf Perspektiven zu der Verwirklichung der schon damals angestrebten „Neuen Mysterien“ genommen werden. Es geht, was eigentlich die meisten Kommentatoren teilen, um die tätige Anbahnung der individuellen und gemeinschaftlichen tatsächlichen Verfeinerungen von Geistesforschungs- und Sozialqualitäten, um das von Rudolf Steiner geforderte „immer esoterischer“-Werden.2 Ob die Gediegenheit der sich entwickelnden „Esoteriker“, der üb- und forschungs-gemeinschaftlich und der sich mitentwickelnden sozialen Formate ausrei­chend sein wird, um berechtigt von „Mysterien“ zu sprechen, wird die Zukunft zeigen. Gegenwärtig geht es – diese Not ist deutlich – um die nächsten Üb- und Gemeinschaftsbildungs-Schritte. Die Voraussetzungen dafür sind heute wohl bessere als damals: Die Menschenkonstitution ist geöffneter für übersinnliche Wahrnehmungsmöglichkeiten, es gibt mehr Gewohnheiten lauschend-dialogischer Gesprächsarten und seit der Jahrtausendwende wächst eine wahrnehmungs- und sozialfähige Übgruppen-Bewegung, deren derzeitige 21-jährige „Ichreife“ ebenfalls Grund zur Hoffnung gibt. Die Wegbahnung zu den neuen Mysterien im 21. Jahrhundert Man kann, heute zurückschauend, geradezu einen dramatischen Märchen-Urbildweg zu den neuen Mysterien des 21. Jahrhunderts sehen. 21 Jahre hatte Rudolf Steiner „Schüler auf den Weg bringen“ wollen. Es gelang ihm kaum und die Anthroposophische Gesellschaft geriet dadurch in eine schwierige Lage3. Wie überzeitlich rettend konnte Rudolf Steiner mit der damals von Vielen als gewaltiges Geistgeschehen empfundenen „Weihnachtstagung“ zwar Wichtigstes in viele Herzen einpflanzen und eine „Weltenzeitenwende“ hin zu neuen Mysterien einläuten, nach seinem Tod aber ging es in der anthroposophischen Gesellschaft sozial und esoterisch bergab (1936 Spaltung der Gesellschaft, Nachlass-Streit, Saalausbau, „Gelebte Weihnachtstagung“). Immerhin tauchte in der Jugend- und Alternativbewegung der 60iger und 70iger Jahre die Suche nach Geisterfahrungen wieder deutlicher auf. Aber erst in den 80iger und 90iger Jahren gab es Zeichen für ein neues Zugreifen auf Geistesschulung und Geistesforschung im anthroposophischen Strom, so durch Bernhard Lievegoed (Aufruf zum Sprechen über geistige Erlebnisse), Jörgen Smit (Schulungsweg-Thematisierungen in Tagungen), Georg Kühlewind (Wahrnehmungsbü­cher), Ilse Müller (Wahrnehmungsschulungen), Marko Pocagnik (Übersinnliche Wahrnehmung in der Geomantie), Coen van Houten (Karmaforschung). Gleichzeitig gab es weltweit immerhin einen New Age-Esoterik-Boom, mit Wellness-Orientierung, esoterischen Buchläden und Esoterikmessen, der aber weitgehend auf einem niedrigen Niveau von Konsum und Offenbarungsglauben verblieb. Hier fehlt der geistesforscherische Ansatz. Um die Jahrtausendwende dann begann – quasi im letzten Moment – eine wachsende Bewegung von Meditations- und Wahrnehmungsgruppen, die in Kolloquien geistige Forschung entwickelten4, all das oft in bis dahin ungewohnter offener Kollegialität und mit Gesprächsqualitäten eines „Umgekehrten Kultus“. Einen zu übersinnlichen Wahrnehmungsübungen ermutigenden Auftakt stellten 1998 drei ausführliche Artikel zu konkreten, imaginativen Wahrnehmungen von Dorian Schmidt da: „Beobachtungen im Bildekräftebereich der…

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