Rundbrief der Allgemeinen Sektion

Rundbrief für Mitglieder der freien Hochschule für Geisteswissenschaft Herausgegeben von der Allgemeinen Anthroposophischen Sektionfür die Goetheanum-Leitung Nr. 6 Ostern 2024 Inhaltsverzeichnis Constanza Kaliks: Editorial Peter Selg:Vor dem Tor der ersten Stunde Matthias Girke: Die Erste Tafel und der Erkenntnisweg der Michaelschule, Johannes Kiersch: Lilly Kolisko als Vermittlerin, Claus-Peter Röh: Erfahrungen mit Formen der Klassenarbeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten Virginia Sease: Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der Ersten Klasse in Nordamerika Pjotr Tschaikowski: Bericht über die Klassenarbeit in Russland Antonio Malagón: Die Anfänge der Ersten Klasse in Spanien Autorennotizen Weiterführende Literatur (Auswahl) Der Rundbrief ist für Mitglieder der Hochschule für Geisteswissenschaft erhältlich:

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7. Mysterienkunsttagung, Dornach, 20.-23. Juni 2024

Von Donnerstagabend, den 20. Juni bis Samstagnachmittag, den 23. Juni 2024 findet in Dornach auf dem Goetheanum-Campus eine Tagung zur 7. Stufe des Michael-Dienstes statt. Thema wird sein ‚IAO-Metamorphosen‘. weitere Information über Christiane Gerges,

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Die Michaelschule als Sozialkunst, Schloss Hohenfels, 29.-30.Sep. 2024

Liebe Freunde und Interessenten, im Zusammenhang mit der Initiative zur Gründung eines Verbundes für Sozialethik ist ein Impuls entstanden spirituelle, soziale Kompetenz auszubilden und zu erforschen, um sie für das Leben fruchtbar zu machen, nach der die Zeit so dringlich ruft. Rudolf Steiner wurde innerhalb der Karma-Vortragsreihe* einmal gefragt: Was ist die Intelligenzkraft der Sonne, die uns täglich mit den Sonnenstrahlen Licht und Wärme für neue Lebenskräfte schenkt? Rudolf Steiner antwortete mit einer Frage: Es ist die Frage, wie gehen wir miteinander um? Die Wärme der Sonne beschenkt uns mit aufbauender sozialer Intelligenz in alle Berufs- und Lebenszweige hinein. Spirituelle soziale Intelligenz wird in der Michaelschule in 19 Hochschulstunden, die Rudolf Steiner 1924 gab, vermittelt. An diesen Stunden wird gearbeitet. Sie werden durch praktische Sozialübungen, Karmaarbeit, bewusstseinserweckende Ritualaufstellungen und angeleitete Meditationen lebendig in ein Verständnis und in den Beziehungsaufbau mit den Geistführern gebracht. Herzlich laden wir ein zum Schulungskurs, der am 28. – 29.09.2024 beginnen wird, um neue Wege in die Michaelschule und zur Quelle geistiger Intuitionskräfte zu erforschen und zu finden. Wir freuen uns über Ihr/ Euer Interesse. Beigefügt ist das Rahmencurriculum. Mit herzlichen Grüßen in die Osterzeit Eva Kleber Mit Michael Birnthaler und dem Initiativkreis Verbund für Sozialethik Die-Michael-Schule-–-als-Sozialkunst-–-Ein-Forschungsweg Herunterladen

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Hochschule in Entwicklung (Stuttgart 2024)

Fortsetzung der Tagungsreihe in Stuttgart: save the date: 22./23.11.2024 Programm kommt später.Bericht über die letzte Tagung siehe Bericht Hochschule in Entwicklung – Stuttgart (in dieser Ausgabe)

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Kühlewind-Tagung, Budapest 17.-19. Mai 2024

Liebe Kühlewind-Freunde und Interessierte, wie schon vorangekündigt, wird – nach vier erfolgreichen Kühlewind-Tagungen in Stuttgart – anlässlich des 100. Geburtsjahres von Georg Kühlewind zu Pfingsten 2024, am 17.-19. Mai, eine Tagung in Budapest stattfinden. Die Website mit dem detaillierten Programm, den Inhaltsbeschreibungen der Vorträge und Übungsgruppen, den Voten der Referenten sowie mit dem Anmeldeformular ist online: Anmeldung: https://budapest.kuehlewind.org/de/ (Zu den Inhalten kommt man durch Klicken auf den entsprechenden Programmteil.) Dort finden sich auch Empfehlungen für Hotels mit guter Verbindung zum Tagungsort. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme aus dem deutschsprachigen Netzwerk an dieser besonderen, sicherlich so nicht wiederholbaren Tagung, die viele interessante Begegnungen ermöglichen wird! Im Anhang ein Flyer zum Weiterleiten sowie zum Ausdrucken für Plakat-Aushänge. Mit herzlichen Grüßen, das Organisationsteam: Annegret Holland           Anna Székely Laszlo Böszörmenyi       András Pál

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Perspektiven der Hochschularbeit

Rezension von "Perspektiven freier Hochschularbeit"1 Diese Rezension habe ich für "Anthroposophie Weltweit" im Frühjahr 2019 geschrieben, dort sollte sie zusammen mit einer Stellungnahme der Allg. Sektion veröffentlicht werden. (Diese Stellungnahme ist bis heute nicht erfolgt und die Veröffentlichung entsprechend auch nicht.) Deshalb sei meine Rezension hier im Gedenken an Elisabeth Wutte† und als Dank an sie und Günther Röschert platziert . Rezension 20 Beiträge alphabetisch nach Anfangsbuchstaben der Autoren geordnet? Zunächst denke ich noch: Da haben die Herausgeber ja Glück gehabt, dass mit David Auerbach ein Überblick über die verschiedensten gängigen Hochschularbeiten an den Anfang gerät. Aber wenn sich auch der eine oder andere Beitrag systematisch anders anordnen liesse: Gegen Schluss stehen Beiträge, die sich nicht in Klagen, eher grundsätzlichen Überlegungen oder Nacherzählungen der Mantreninhalte befassen, sondern bescheiden von weiterführenden Ansätzen erzählen, die noch vor wenig Jahren als anmassend oder naiv abgewertet worden wären. Klagen Die schweren Klagen kommen nicht als anklagende Texte. Sie schildern vielmehr biographische Momente, etwa von Valentin Tomberg oder Heinrich Leiste, die an der Immunreaktion der Anthroposophischen Gesellschaft zerschellen bzw. sich totlaufen. War es Erkenntnisohnmacht, die die Auseinandersetzung fürchtete und deshalb diese Menschen ausgrenzte bzw. ignorierte? Sind wir heute besser? Ich wage die These: Solange die Anthroposophische Gesellschaft keine Hochschule (sondern allenfalls eine Volkshochschule2) trägt, wird sie solchen eigentlich fruchtbaren Auseinandersetzungen (wie beispielsweise mit Judith von Halle) nicht gewachsen sein. Das kommt in den Beiträgen auch deutlich zum Ausdruck. Da über Jahrzehnte (immer wieder) «Lektoren» so gewählt wurden, dass sie nicht in Konflikte verwickelt waren, ist es nicht wirklich überraschend, dass sie sich überfordert fühlten, als aus den «Lektoren» «Vermittler» werden sollten, die selbstständig ihre Hochschularbeit verantworten. Sie fanden besonders formale Fragen wichtig: «Nie ohne blaue Karte» und: «die Klassentexte gehören trotz Veröffentlichung nicht in die Hände von einfachen Hochschulmitgliedern.» Beides lässt sich begründen. Wenn aber damit Entwicklungen ausgebremst werden, fehlt es an Leitung. Erlebnisse Immer wieder kreisen Schilderungen des Buches um den Hüter der Schwelle. Besonders beeindruckend fand ich das «das gelöbnis» [sic!] von Herbert Heinz Friedrich, der mit eigener Spruchform diese Gestalt in ihrer Unumgänglichkeit fühlbar werden lässt, indem er von seinem Gelöbnis3 «vor» dem Hüter erzählt. Und doch bleibt dieser Hüter (jedenfalls in seinem Text) als unmittelbare Geisterfahrung vage. Mich berührt dieser Text, weil er auf jede Extrapolation (wie der Hüter denn wohl eigentlich wäre, wenn ich ihn konkret erlebte) verzichtet und nur den Umgang mit der eigenen Erfahrung schildert. Eher ermüdend las ich dagegen die Nacherzählungen der Mantren in verschiedenen Beiträgen, um daran die eigene Arbeitsweise zu demonstrieren, anregend dagegen Schilderungen, wie einzelne sich der Geisterfahrung aussetzen und was sie dabei erfahren. Arbeitsweisen Eine Stärke dieser…

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Elisabeth Wutte (1949 – 2023)

Ach Lizbeth, dass du nun in die himmlischen Welten gegangen bist ist richtig schade!!! Dein lustiges Lachen, deine helle Stimme, dein funkelndes Interesse, deine kreative Aktionsbereitschaft – das ist hier auf der Erde, und in diesen Zeiten, etwas so Nötiges, so Schönes! So hab Dank für deinen überreichen Segen, den wir, unter vielem Anderen eben in der Gemeinschaft der ersten Ausbildung für „Spirituelle Organisationsentwicklung“ am Quellhof so geniessen konnten – in diesen schönen Jahren von 2013 – 2016. Tiefer Eindruck auch: deine Abschlusspräsentation zu „Soziale Aspekte der 15. Klassenstunde – Das Mitwirken der 3. Hierarchie im sozial agierenden Menschen“ – deinem Metier! Das lebte in dir, wie als sozialer Antrieb, aber auch wie als Antrieb für Hochschule, Geistesforschen und Christus-artiges Verstehen und Entwickeln der Erdenkultur: “Empfinde, wie wir in deinem Denken empfinden” – weisen die Engel uns ins Sozialempfinden hinein, “Erlebe, wie wir in deinem Fühlen erleben” - weisen uns die Erzengel tiefer ins Sozialagieren hinein, “Schaue, wie wir in deinem Wollen schauen” - weisen uns die Archai ins Sozialdurchschauen hinein. Schöpferisches Tun war angeknüpft daran. So zuerst diese immer kreativen Gespräche – immer up to date in allem Anthroposophischen: über die tiefste Esoterik, den Fortgang der Michaelschule, den konkreten Umgang mit den Klassenstunden, das Zusammenführen der Strömungen, das Zugehen auf die neuen Generationen, den Umgang mit dem Weltgeschehen und den Flüchtlingen. Du warst, wie so oft in den Weltereignissen, sofort aktiv, halfst, organisiertest unmittelbar ein Seminar zur Flüchtlingsfrage im „Quellhof“ mit Annemarie Thimm! Du hattest schon soviel gemacht, als ich dich traf – Theater, Lehrerin, Theaterpädagogik in Herdecke, Muttersein, Waldorfpädagogik, Sprachförderung, Dozentin, Fortbildungen für Waldorferzieherinnen, „Start International“ – Nothilfeeinsätze in vielen Hilfsgebieten, Dreigliederung, Christologie, Bücher schreiben1, Mysteriendramen, Klassenstunden usw. usw. Quelle: waldorfbuch.de Wir hatten uns Anfang der 2000er im Lindengarten, bei Legau im Allgäu getroffen, als du nachfragend und begeistert interessiert mit Heinz Friedrich zu einem der ersten Seminare zu meinem „Seelischen Beobachten in der Natur“ vom Bodensee her angereist kamst. Und es war sehr innig draussen in der herrlichen Natur, nahe der Iller, zusammen wahrzunehmen bis in den Sonnenuntergang hinein. Mit Heinz Friedrich und seiner lieben Frau hattet ihr damals am Bodensee schon mutig und eigenständig freie Klassenstunden gestaltet, Mysteriendramen eingeübt usw.! Kräftige, kreative, tiefgreifende Arbeit! Die intimsten Gespräche mit dir waren die über Christus, du hattest auch eine Christusbegegnung erlebt und dadurch die Offenheit für Christuserfahrene andere Christen geelebt, dich bei der alt-steifen Anthroposophengarde unbeliebt gemacht, Isolation erlitten – und warst deinen Weg einfach wacker und doch so sensibel, und immer der mitfühlenden Tränen mächtig, weitergegangen. Dann wieder deine Idee und dies schöpferische Zugreifen und Tun: die unendlich verbollwerkte Entwicklungsverhinderung durch…

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Eine Besinnung nach 100 Jahren

erschienen in Die Drei 1/2024 Günter Röschert1 Über die Weihnachtstagung 1923/24 zur Gründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft Über den Verlauf der sogenannten Weihnachtstagung 1923/24 brachte Marie Steiner zwanzig Jahre später eine ausführliche Dokumentation heraus.2 Im Vorwort führte sie aus, die Tagung sei der Versuch eines »Menschenerziehers« gewesen, »seine Zeitgenossen über das eigene kleine Selbst hinaus zu heben, sie zum bewußten Wollen wachzurufen, Werkzeug der weisen Weltenlenkung werden zu dürfen.« Marie Steiner fuhr dann fort: »Doch ist diese Weihnachtstagung zugleich mit einer un- endlichen Tragik verbunden. Denn man kann nicht anders als sagen: Wir waren wohl berufen, aber nicht auserwählt. Wir sind dem Ruf nicht gewachsen gewesen. Die weitere Entwicklung hat es gezeigt.«3 Die Tagung stehe im »tragischen Lichte« für den, der die Möglichkeit habe, »die Geschehnisse zu über- schauen. Von der Schwere und dem Leide dieses Geschehens haben wir nicht das Recht, unsere Gedanken abzuwenden.«4 Dieser Worte gilt es sich zu erinnern, wenn in der Anthroposophischen Gesellschaft der Gegenwart der historischen Weihnachtstagung festlich gedacht wird. In diesem Zusammenhang erwähnt sei das unlängst vollständig gewordene dreibändige Geschichtswerk von Lorenzo Ravagli: ›Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert‹.5 Ravaglis monumentale Arbeit folgt einem viel breiteren Ansatz als der vor- liegende Aufsatz. Eine auch nur annähernd vergleichbare Arbeit lag bisher nicht vor. Wer die Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft verstehen und geschichtlich bewerten will, wird Ravaglis drei Bände keinesfalls ignorieren können. Tragik vor der Weihnachtstagung Als Vorgeschichte der Weihnachtstagung 1923/24 im engeren Sinne ist das Jahr nach dem Brand des ersten Goetheanum in der Silvester bzw. Neujahrsnacht 1922/23 zu betrachten. Die latenten Organisations- und Führungsfragen der Anthroposophischen Gesellschaft waren in diesem Jahr nicht wirklich beantwortet, geschweige denn in konkrete Regelungen umgesetzt worden. 1991 – achtundsechzig Jahre nach dem Brand – brachte der Rudolf Steiner Verlag als Band 259 der Gesamtausgabe (GA) eine Dokumentensammlung von 952 Seiten mit dem Titel ›Das Schicksalsjahr 1923 in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft‹ heraus. Die das ganze Jahr anhaltenden Bemühungen Rudolf Steiners, die richtige Organisationsform für eine zu erneuernde Anthroposophische Gesellschaft zu finden, sind in dem Band dokumentiert. Der Band wird eröffnet mit einem Rückblick auf das Jahr 1923 von Marie Steiner.6 Das in der Gesellschaft herrschende »Cliquenwesen«7 habe es zu überwinden gegolten. (Die Vorträge Rudolf Steiners von Januar bis März 1923 mit dem Titel ›Anthroposophische Gemeinschaftsbildung‹ sind bereits seit 1965 als GA 257 erhältlich.) Es ist nicht daran zu zweifeln, dass allein die konsequente Haltung Steiners in den zahlreichen Arbeitssitzungen und in seinen Vorträgen ein Auseinanderfallen der Gesellschaft – wie auch immer – verhindert hat. Ende Februar 1923 wurde zu einer mehrtägigen Delegiertentagung nach Stuttgart eingeladen. Steiner äußerte…

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Rudolf Steiner und die „wahren, echten Rosenkreuzer“

Eine Anfrage Anthroposophie ist – eine gewisse Wegstrecke weit auch im Umfeld der Theosophie – erwachsen auf dem Boden einer genuin mitteleuropäischen Geistigkeit, die von dem unbekannten Meister Johannes Taulers über Fichte zum jungen Steiner reicht. Der künftige Geisteslehrer hat, daran anknüpfend, neben den Impulsen Schillers und Goethes dann insbesondere auch das Rosenkreuzertum aufgenommen und von diesen Grundlagen her später die moderne christlich-rosenkreuzerische Esoterik entfaltet. Deren vorrangiges Anliegen ist es, dem heutigen Menschen die Wege zu eröffnen, die ihn zu der Begegnung und Berührung mit Christus führen können, der seit Beginn des neuen Zeitalters im Ätherischen gegenwärtig ist. Eine ganze Welt neuer Wirklichkeiten ist mit dem Erscheinen Christi im Ätherischen verbunden, die schrittweise zu erkennen die ganze Anthroposophie die Mittel bereitstellt. Dieses sind Wirklichkeiten sowohl mikrokosmischer als auch makrokosmischer Natur. Der inneren Mitte dieser neuen Wirklichkeiten – mit Blick auf den einzelnen Menschen und auf seine terrestrisch-kosmische Umwelt – gehören jene Geheimnisse an, von denen Rudolf Steiner Mitteilung machte, als er 1911 in Basel über die „Ätherisation des Blutes“ sprach. Spirituelles Herzblut der anthroposophischen Bewegung durchpulst diese Darlegungen, die in der innigsten Weise Menschenkunde, Kosmologie und Christologie zu einem organischen Höheren verbinden. Die mikrokosmische, auf den Einzelmenschen bezogene Darstellung der Ätherisation des Blutes, jener vom Herzen zum Haupte aufsteigenden ätherischen Lichtströmungen und ihrer Bedeutung für das seelisch-geistige Leben des Einzelnen war bereits im März 1911 in Prag sowie im August 1911 in München erfolgt. Im Oktober 1911 jedoch fügte Rudolf Steiner in Basel zu der Enträtselung dieser mikrokosmischen Geheimnisse die makrokosmische Dimension hinzu. Die ganze Tragweite des gemeinten mikrokosmischen Geschehens, so Rudolf Steiner, könne man nämlich überhaupt erst ermessen, wenn man sich die „entsprechende Erscheinung im Makrokosmos“ vor Augen führe. Diese makrokosmische Erscheinung besteht ja darin, dass seit dem Mysterium von Golgatha, seitdem also das Blut des Christus Jesus auf die Erde floss, auch dieses heiligste Blut eine immer umfassendere Ätherisation erfährt, von woher in unserem neuen Zeitalter die gesamte Erdenatmosphäre mit moralisch-ätherischen Essenzen durchzogen ist, mit denen es in Berührung zu kommen gilt. Exakt an der Stelle, wo Rudolf Steiner erstmals die Verbindung der mikrokosmischen Geheimnisse der Ätherisation des Blutes mit den makrokosmischen Geheimnissen der Ätherisation des Blutes herstellte, gab er zugleich einen höchst bemerkenswerten Hinweis auf die „wahren, echten Rosenkreuzer“, mit welchen er damals in dieser Frage, auf dem Gebiet des okkulten Forschens, zusammenarbeitete. Er fasste diesen weitreichenden Hinweis in die folgenden Worte: „Die entsprechende Erscheinung,“, gemeint ist die dem schon vorher bekannten mikrokosmischen Geschehen entsprechende Erscheinung im Makrokosmos, „sie ist heute so zu schildern, wie sie als Ergebnis vorliegt gerade durch die sorgfältigsten okkulten Forschungen der letzten Jahre, unternommen in den…

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Leitsätze zur Meditation

Dieser Beitrag von Rolf Heine und Andreas Heertsch entstand aus einer Anfrage der Tagungsverantwortlichen für die Michaeli-Welttagung 2023 am Goetheanum, in der die "Initiative anthroposophische Meditation" (früher Living Connections/Goetheanum Meditation Worldwide) ein Forum mit dem Titel "Meditation!" veranstaltet hatte. Meditation! Unter Meditation verstehen wir eine Form der Bewusstseinsschulung. Sie kann auf unterschiedliche Ziele inhaltlich und methodisch ausgerichtet sein wie z.B. Körperliche und seelische Gesundheit Bewusstseinserweiterung, neue Wahrnehmungsqualitäten, Zusammenwirken mit geistigen Wesen Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit und Authentizität Wirksamkeit im Zeitgeschehen mit geistigen Mitteln Selbsterkenntnis Meditation ist ein Werkszeug, um sich solchen Zielen durch Bewusstseinskraft anzunähern. „Werkzeug“ ist dabei ein Bild, das zum Ausdruck bringt, dass Aktivität und Können notwendig sind, um etwas ins Werk zu setzen. Ein anderes Bild ist die „Landschaft“, die es zu erkunden gilt, in der sich neue Ansichten und Räume öffnen, je nach Ort und Zeit, in der sich die Landschaft darbietet. Jedes Werkzeug bedarf einer sachgemäßen Handhabung, und jeder Weg birgt Unvorhergesehenes. Jede Änderung der Bewusstseinsart, bedarf der wachen Beziehung zum Alltagsbewusstsein. Anthroposophische Meditation knüpft an die dem Menschen vertrauten Bewusstseinskräfte Denken, Fühlen und Handeln an. Sie intendiert eine harmonische Entfaltung und Verstärkung dieser Bewusstseinskräfte. Eine harmonische Entwicklung ist vor allem dann gegeben, wenn die Übungsschritte in möglichster Wachheit und Klarheit erfolgen, schrittweise das mehr traumartige Fühlen beleben und schließlich das Handeln mit Liebe durchdringen. Anthroposophische Meditation wird meist von weiteren Übungen begleitet, welche das harmonische Verhältnis von Denken, Fühlen und Handeln unterstützen. In der anthroposophischen Literatur werden Übungen dieser Art „Nebenübungen“ genannt. Meditationswege wurden und werden in der Kulturgeschichte vielfach beschrieben. Anthroposophie versteht sich als Geisteswissenschaft. Als solche rezipiert sie alte und neue Meditationswege und stellt diese in ein Verhältnis zu ihrem eigenen originären Ansatz. Aus der Vielfalt der meditativen Ansätze betont Anthroposophie diejenigen, die auf Erkenntnis ausgehen, sei es als Kontemplation (Betrachtung), Bildmeditation (aktive Herstellung innerer Bilder), als Wort- oder Spruchmeditation (Durchschreiten sich eröffnender Bedeutungsebenen), als Bewegungsmeditation (ungeteilte Anwesenheit im bewegten Leib), oder als Situationsmeditation (Vergegenwärtigung einer bestimmten geistigen Entwicklungsstufe). In jedem Fall geht es um ein waches Entwickeln des eigenen Bewusstseins. Die ersten Schritte auf einem bewusst gewählten meditativen Weg führen, wenn sie sachgemäß ausgeführt werden, meist zu raschen, wenn auch manchmal zunächst nur vorübergehenden positiven Resultaten in Bezug auf Gesundheit, mentale Leistungsfähigkeit oder Erweiterungen des Bewusstseinshorizonts. Gleichsam im Schatten dieser positiven Erfahrungen, können aber auch Schwierigkeiten und Hindernisse auftauchten, zum Beispiel, wenn angestrebte Übungsziele nicht wie vorgestellt erreicht werden, oder wenn Schritte in der Selbsterkenntnis bedrückende Schwächen oder Schuldgefühle zutage fördern. Solche Hindernisse können selbst den ernsthaft Übenden zweifeln lassen, ob der eingeschlagene Weg der richtige sei, oder ob man selbst geeignet oder bereit sei,…

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