Mögliche Schritte zur übersinnlichen Wahrnehmung

Es ist mir bewusst, dass es ein Unterfangen ist, den Versuch zu wagen, die Schritte zur übersinnlichen Wahrnehmung zu beschreiben. Es ist meine Art, die Schritte nachvollziehbar zu beschreiben, und das mag etwas umständlich sein. Hinzu kommt, dass gewisse Feststellungen zwar nachvollzogen werden können, aber doch ein gewisses Mass an Erlebnisfähigkeit in Anspruch nehmen. Die Alltagswelt Im Alltag werden wir von einer Welt umgeben, die unseren Sinnen, ohne unser weiteres Hinzutun, zugänglich ist. D.h., die Sinne sind neutrale Vermittler. Wir können sehen, wir hören, wir schmecken, wir riechen und ertasten, wodurch wir zu der Welt der Dinge eine Beziehung aufbauen. Wir verwenden unsere Sinne, um uns in dieser Welt zu bewegen und in ihr tätig zu sein. Diese Welt ist uns gegeben. Wir gehen selbstverständlich mit ihr um und entdecken, dass wir uns in ihr durch unsere Tätigkeiten verwirklichen können. Das Ziel des Lebens scheint zunächst diese Selbstverwirklichung zu sein, und die sinnliche Welt scheint diesem Zweck zu dienen. Es braucht schon eine gewisse psychologisch-philosophische Ader, um zu überlegen, wie wir unsere innere Fähigkeit verwenden, um unsere Lebensziele zu verwirklichen. Ist man initiativ tätig, braucht man eine Vorbereitung für seine Tätigkeit. Man denkt sich die Schritte vorweg und überlegt, in welcher Reihenfolge man sie durchführen soll. Dem Verwirklichungsprozess geht ein Planungsprozess voraus. Die Gedanken, die man für diese Planung macht, spielen vor der Verwirklichung und gehören als Ideen nicht der sinnlichen Welt an. Durch den Menschen werden Ideen sinnliche Wirklichkeit. So entstehen seine Werke, die Menschenschöpfungen. Der Künstler Der Maler Paul Klee sagte: Der Künstler misst der natürlichen Erscheinungsform nicht die zwingende Bedeutung bei, wie viele der Kritik übenden Realisten. Er fühlt sich an diese Realität nicht so sehr gebunden, weil er an diesen Form-Enden (der Natur) nicht so sehr den Schöpfungsprozess sieht. Denn ihm liegt mehr an den formenden Kräften als an den Form-Enden. Paul Klee. Vortrag in Jena 26. Jan.1924. In Paul Klee Kunst-Lehre. Reclam Leipzig 1991, S. 82 Im Bezug auf das oben Dargestellte führt ein Künstler die Umsetzung von der Idee zur Tat. Insofern ein Mensch aus seinen Ideen Taten und Werke verwirklicht, und Ergebnisse zeitigt, ist jeder Mensch auch ein Künstler. Bei einem Kunstwerk liegt das Werk vor. Beim Betrachten fordert es den Betrachter auf, sich einzuleben. Insofern ist der Betrachter auch ein moderner Kritiker, weil es uns interessiert, was die kritisierende Persönlichkeit innerlich durchlebt, wenn sie sich dem Genuss des Werkes hingibt. Die wahrhaft moderne Kritik kann keine Ästhetik anerkennen; ihr ist jedes Kunstwerk eine neue Offenbarung; sie urteilt in jeder Kritik nach neuen Regeln, wie das wahre Genie bei jedem Werke nach neuen Regeln schafft. Rudolf Steiner,…

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Das dritte Auge und die Orientierung im übersinnlichen Wahrnehmen

Das dritte Auge und die Orientierung im übersinnlichen Wahrnehmen Man kann bei Neugeborenen und Kleinkindern oben auf dem Scheitel die Fontanelle deutlich pochen spüren. Mit der Zeit wächst diese Öffnung zu. Von ihr sagt Rudolf Steiner: "Das ist die Öffnung, die der Mensch dort in Urzeiten hatte. Dort ging, etwa in der Mitte der Menschheitsentwicklung, eine Art Wärmeorgan heraus, eine Flammenstrahlung, wie Saugarme, wie eine ätherische Laterne – das Zyklopen Auge. Es war aber kein Auge, sondern ein Wärmeorgan. Der Mensch brauchte dieses Organ, um sich zu orientieren. (…)" GA 98. 17 März 1908 (1983) S 213 In vielen völkischen Sagen und Mythen, aber vor allem in Homers «Odyssee» wird geschildert wie die gefangenen Griechen dem Zyklopen Polyphem dieses Auge durch einen glühenden Pfahl ausbrennen. Dieses «Einauge» strömte in Urzeiten unmittelbar zum Herzen. Einen Nachklang findet man bei den Beschreibungen des Scheitelchakras, dem gerade wegen der Kraftlinien, die zum Herzen und von dort in die Glieder strömen, eine enge Beziehung zu dem Stirnchakra nachgesagt wird. Rudolf Steiner erwähnt das Scheitelchakra, so viel ich weiss, nicht, weil diese "Verschmelzung" mit dem Stirnchakra in der Weiterentwicklung der Menschheit von dem leibfreien Denken abgelöst wird. Das leibfreie Denken Das leibfreie Denken wurde vielfach diskutiert. Greift man auf das dritte Kapitel der "Philosophie der Freiheit" zurück, so werden dort genau definierte Schritte zur Wandlung des Denkens beschrieben. Nur kurz zusammengefasst: Es geht in einem ersten Schritt darum, sich einen, von einem selbst gedachten Gedanken in die Meditation herein zu holen. Es ist wichtig, dass ich mein Meditationsobjekt selber gedacht habe, weil es mich in die Lage versetzt seinen Quellgrund zu erforschen, denn ich war dabei, wie es entstand Die Übung besteht darin, dass ich die Kraft der Konzentration aufbringen lernen muss, um mein Meditationsobjekt in der Anschauung zu halten. Ich entwickle in diesem zweiten Schritt ein anschauendes Denken. D.h. aus meinem gewohnten Denken schält sich etwas heraus, als Folge meiner beständigen Bemühung, das sich einem inneren Objekt anschauend zuzuwenden vermag.Mit diesem Schritt führe ich einen frei gewordenen Teil meines Willens in mein Denken hinein1 Der dritte Schritt geht von dem anschauenden Denken aus und wendet sich dem Quellgrund meines Meditationsobjekts zu. Ich übe mich darin, den Ursprung meines zum Meditationsobjekt gemachten gedachten Gedankens zu entdecken und finde zweierlei Quellgründe: Einmal ist der gedachte Gedanke meiner Selbstbezogenheit entsprungen, d.h. er folgte z.B. einem Wunsch oder einer Sinnesanregung, oder er entsprang einer Intuition: "Intuition ist das im rein Geistigen verlaufende, bewußte Erleben eines rein geistigen Inhaltes,"2 und damit ein Ausgangspunkt für die übersinnliche Wahrnehmung. Jetzt vermag sich das Denken frei zu bewegen und jedem Meditationsobjekt zuzuwenden. Die Denk-Aufmerksamkeit ist zur…

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