Themen die zum Judentum gehören

Elohim und JHWH – höchste Gottheit oder Engelwesen?

János Darvas Elohim and YHWH - supreme deity or angelic beings?"Then new horizons lure the mind's advance. /There comes no close to the finite's boundlessness,/ There is no last certitude in which thought can pause/ And no terminus to the soul's experience.”AurobindoThe questionThe question arises from Rudolf Steiner's presentations in which he uses words from the Hebrew Bible that seem to have a completely different meaning than those received in the Jewish tradition. Is the deity addressed as Elohim, or YHWH, the ultimate creator deity, or are they designations for hierarchical beings (in anthroposophical terms: Elohim => Exusiai => Spirits of Form) located at a certain medium level, which Rudolf Steiner disposes according to the ninefold Christian system of Dionysus Areopagita. Since there are other designations of God in the Torah and tradition (Jah, Ts'waot, Shaddai, El, Elyon, Adonai, Adon etc.) the further question arises as to whether these are angelic beings of whatever order. Or not. I will leave out these other names and concentrate on the two most important names Elohim and YHWH, (but mainly Elohim). I will list a few glosses below, disparate questions in no systematic order. I can’t either propose a definitive “solution” to these questions. By moving those topics in the space of free thinking, something – to say it in French – “se donne à penser de façon subtile”. Not an angelic hierarchyThe view that Elohim or YHWH belong to a hierarchical sub-genus of beings and do not denote the supreme deity speaks against this:• The conviction of the Jews that they are praying to the highest Creator God when they mention these names. (Possible objection: they may be wrong)• In the daily main prayer (Amida), God is addressed as El Eljon (Highest God) (Objection: it is perhaps only the relatively highest God, the one that Jewish knowledge, limited in the eye of of Christian supersessionism, can just reach). However, according to Jewish tradition, after Abraham's encounter with Melchizedek, the high priest of El Elyon, he also becomes a partaker of this deity. (From an anthroposophical, supersessionist point of view, Emil Bock does not attribute this to him; he had only become a bearer of a inferior reflection of the Highest through the sphere of the moon).• The sentence from the Passover Haggadah: He Himself brought us out of Egypt - He Himself, not a "malach" (angelic being).• The mystical-theosophical doctrine of the "Sarim" (Princes), which are folk spirits related to the planets that lead large groups of humanity. Every nation has a "Sar", but Israel, according to this tradition, does not; it is under the direct…

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HINENI! HIER BIN ICH!

Ein Trialog von spirituellem Judentum, philosophischen Fragen und anthroposophischen Ausblicken Das neue Buch von Janos Darvas „Wohl, es wurde gesiebt; aber: ich bin ein Sieb.“[i] Wissen Sie, woher die kleine Einbuchtung kommt, die wir alle an der Oberlippe haben? Kurz vor unserer Geburt hat ein Engel seinen Finger auf unseren Mund gelegt - wir sollten nicht verraten, was wir im Vorgeburtlichen erlebt haben. Dadurch aber haben wir es selbst auch vergessen ... Diese kleine legendenhafte Erklärung aus dem Talmud ist einer der überraschenden Einblicke in die jüdische spirituelle Kultur, die uns Janos Darvas in seinem neuesten Buch wie nebenbei gibt. Sie weist auf geistige Erfahrungen hin, die bei der Inkarnation aus dem Bewusstsein verschwinden. Damit erklärt sie auch, warum wir aktiv an einer Bewusstseinssteigerung arbeiten müssen, wenn wir ein freies Verhältnis zu unserem geistigen Ursprung gewinnen wollen. Spuren geistiger Eindrücke haben sich allerdings bis in unseren Körper eingeprägt. Dahinter steht die Idee der Wiederverkörperung, die im jüdisch-theosophischen Schrifttum und in chassidischen Erzählungen verbreitet ist. Janos Darvas‘ Buch ist auf 150 überschaubare Seiten eine erstaunlich flotte und zugleich gediegene Einführung in die jüdische Kulturwelt. Ich entdecke dadurch erst recht, wie diese als Ganze von einer Spiritualität durchdrungen ist, die mich und jeden Menschen angeht. Ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur spirituellen Ökumene der grossen Weltreligionen! Aber das neue Buch ist noch mehr. Es ist zunächst die Antwort auf die Frage von Jens Heisterkamp, ob er (Darvas) „ein Buch über jüdische Mystik und Anthroposophie schreiben könnte“. Ja, das konnte er, weil er seit Jahrzehnten mit Anregungen aus dem Judentum und aus der Anthroposophie Rudolf Steiners lebt und seit knapp einem Vierteljahrhundert das mangelhafte Bild des Judentums, das auch im anthroposophischen Milieu zum Teil kursiert, zu korrigieren versucht.[ii] Im Judentum ist er aufgewachsen, er kennt „den Umgang mit der jüdischen Liturgie“ und der hebräische Bibel ist ihm „in der Originalsprache zugänglich“. Später hat er sich ein eigenständiges Verhältnis zu dieser Tradition erarbeitet. Gegen Ende seines Philosophiestudiums kam er zudem mit der anthroposophischen Heilpädagogik in Kontakt, wurde dort als Erzieher, Lehrer und Ausbilder tätig, und stiess auf Rudolf Steiners Philosophie der Freiheit. Diese verschiedenen Fäden laufen in seinem Buch zusammen. Das macht es schliesslich und vielleicht vor allem zu einer originellen und gegenwartsgemässen Einführung in praktische Spiritualität überhaupt. Originell schon durch den jüdischen Einschlag, aber vor allem durch die freie, individuelle Gestaltung des Behandelten durch den Autor. Was heisst „spirituelle Praxis“? Gemeint ist die Suche nach Erfahrung der geistigen Innendimension der Welt, die allerdings nur durch die dazu erforderlichen transformativen Prozesse in der Seele des Suchenden gelingen kann. Um den Geist in der Welt zu finden, muss der…

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Bemerkungen zu Schöpfung aus dem Nichts

Winfried Karitter Einige Bemerkungen zu der Zeichnung Rudolf Steiners am Ende meines Artikels über die Schöpfung aus dem Nichts unter Berücksichtigung des Vortrages Rudolf Steiners vom 10. Mai 1924 (GA 353)                               Lichtgelöst                              Wächst Deine Seele grasig                              Dennoch Du weisst                              Am Seelenfaden ist eine Wurzel                              Und Deine Seele lichtumfangen                              Gleicht einer schimmernden Perlenschnur Rahel Mirjam Abraham Vortrag und Zeichnung vom 10. 5. 1924 (GA 3531) stellen die Sicht  Rudolf Steiners auf den „jüdischen Sephirothbaum“ dar. Die Juden des Altertums, so Steiner, hätten ihre höchste Weisheit darin eingeschlossen, in den ersten zwei Jahrhunderten nach der Entstehung des Christentums habe man von allen diesen Dingen gewusst, als die Juden sich zerstreut haben in die Welt, ist diese Art zu wissen auch zerstreut worden. Diese Annahme Steiners entspricht nicht den gesicherten historischen Tatsachen. Der Begriff „Sephiroth“ erscheint zum ersten Mal in einem frühen mystischen Buch, dem „Sefer Jezira“ (Buch der Schöpfung) zwischen ca. 200 – 600 neuer Zeitrechnung. Der Autor ist unbekannt. In diesem Buch bezeichnet der Begriff Sephiroth heilige Zahlen, mit denen Gott zusammen mit den 22 hebräischen Buchstaben das Universum erschuf. Den sogenannten Baum der Sephiroth zusammen mit den Begriffen für die einzelnen Sephiroth finden wir erst in der kabbalistischen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts. In dieser Zeit entstand auch erst die Kabbala, wie wir sie heute kennen. Dieses hebräische Wort war natürlich schon zuvor bekannt und gebräuchlich, es bezeichnet schlicht den Empfang oder die Tradition. So beginnen Juden den Shabbat mit dem Kabbalat Shabbat, den Empfang des Shabbat. Wenn wir heute von Kabbala sprechen, meinen wir ausschliesslich die Mystik des Judentums. Ort der Entstehung dieser Geisteswissenschaft war Spanien und die Provence im 12./13. Jahrhundert. Namen einiger Rabbiner, die führend an der Geburt der Kabbala beteiligt waren: Jizchak der Blinde, genannt auch Sagi Nahor (der Lichtreiche), ca. 1165 – 1235. Asriel von Gerona (1160 – 1238). Gerona in Nordspanien war ein Zentrum des spirituellen Judentums. Dort wirkten wenigstens 12 Kabbalisten. Asriel beeinflusste nach prominenter Auffassung Jakob Böhme (155 - 1624) deutscher Mystiker Josef GiKatilla (1248 – 1325) aus Medinaceli und Segovia. Sein Lehrer Abraham Abulafia (ca. 1240 – 1291), den ich besonders schätze. Abulafia suchte den Papst auf und forderte die Freilassung des jüdischen Volkes, d.h. die Einstellung der mörderischen Verfolgungen. Abulafia wurde sofort verhaftet und wäre auch verbrannt worden, wenn nicht der Papst wenige Tage später gestorben wäre. Ein weiterer wichtiger Ort für die Entwicklung der Kabbala war Safed im Galil (Galiläa). Hier wirkten im 16. Jahrhundert u.a. die grossen Rabbiner Moses Cordovero, sein Schüler Jizchak Luria und dessen Schüler Chaim Vital. Schliesslich ist noch der osteuropäische Chassidismus zu erwähnen, begründet im 18. Jahrhundert von Israel Ben Elieser. Diese…

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  • Beitrag zuletzt geändert am:20. Oktober 2023
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