Themen, die die Hochschule für Geisteswissenschaft betreffen

Eine kleine Liebeserklärung an Georg Maier

Diesen Beitrag habe ich beim Totengedenken Georg Maiers (* 26. Mai 1933 †14. Juni 2016) beigesteuert. Ich bringe ihn hier erneut, weil ich anregen möchte, seine Gedanken zu einer Form der Geistesforschung in den aktuellen Diskurs miteinzubeziehen. Als ich vor 40 Jahren frisch nach Dornach kam, kam eine hier nicht genannt werden wollende Person von einem Zweigabend im Goetheanum, sichtlich desorientiert und erzählte: «Du, da hat einer geschlagene 90 Minuten über eine Pfütze erzählt, ich sage dir, 90 Minuten: nur Pfütze!» «Wie sah der denn aus?», fragte ich zurück. «So ein kleiner mit ziemlich wenig Haaren und Nickelbrille, hat immer erst am Ende des Absatzes gesagt, was er meint, aber das war dann auch nicht so richtig klar.» «Sprach er oft in Ellipsen wie: ‹nicht wahr?› oder ‹ich mein ja nur› oder ‹ich wollt nur mal sagen› und macht dabei so ein bedeutungsvolles Gesicht?» «Ja genau, und dann hat er über Spiegelungen auf der Pfütze gesprochen und über den Regen, der in die Pfütze tropfte, weißt du, lauter so selbstverständliche Dinge. Dafür gehe ich doch nicht in den Zweigabend!» «Du, ich glaube, das war Georg Maier», vermutete ich. «Ja? Kennst du den?» «Ja, der betreut mit Jochen Bockemühl zusammen das Studien- und Forschungsjahr im Glashaus. Johannes (Kühl) und ich machen bei ihm gerade (1982) ein Projekt.» «Sag mal, ist der denn ganz normal?» «Nein überhaupt nicht, der ist so originell, dass ihn kaum einer versteht! Ich erklär dir jetzt etwas, was ich selbst erst in zehn bis zwanzig Jahren verstehen werde, aber das ist eben auch typisch für Georg Maier, dass man so seine Zeit braucht, bis man ihn versteht: Also, wenn er sich wie ein Kind über eine Pfütze her macht, könnte man ja glauben, dass er das Wesentliche nicht vom Unwesentlichen unterscheiden kann. Aber das sieht nur so aus. In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt! Georg würde vielleicht sagen: ‹Also diese Pfütze – nicht wahr …› Und das heißt dann: Diese Pfütze ist nicht eine Pfütze. Oder noch etwas ausführlicher: Wenn Georg über diese Pfütze spricht, dann meint er genau diese Pfütze und nicht irgendeine Prinzip-Pfütze oder eine ‹Pfütze an sich›.» «Na, findest du das nicht ein bisschen pingelig?» «‹Ich mein …›, würde Georg vielleicht bedeutungsvoll andeuten. Das heißt dann soviel wie: ‹Ja, richtig kleinlich!›, aber um das zu verstehen, solltest du mal lesen, was Georg in seinem Grundsatzbeitrag ‹Forschung als Hinwendung zur gegenwärtigen Existenz› (1993) geschrieben hat. Lass dich von dem Titel nicht abschrecken! (Der Inhalt ist allerdings auch nicht so einfach verständlich, aber viel einfacher als der Titel …) Da vergleicht er die Naturwissenschaft mit dem alten Testament: Gesetze werden…

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Innere Ruhe

Innere Ruhe gehört in diesen rastlosen Zeiten zu den am meisten erstrebten und doch so fernen Gütern, die man sich für den Feierabend, das kommende Wochenende, den nächsten Urlaub, die Pensionierung oder vielleicht, schneller verfügbar durch ein Glas vom Roten erhofft. Und wem diese Ruhe bedrohlich, weil in ihr neue Räume und Gründe für tiefere Unrast geahnt werden, wem diese Ruhe als Vorbote der letzten Ruhe in fortgesetzte Regsamkeit versetzt, wem die Mahnung von Freunden und dann auch vom Kardiologen, man solle doch einen Schritt kürzertreten, wem all dies zu nahetritt, dem sei diese Hinführung zur Meditation zugeeignet. Am Beginn möge ein Zitat stehen, das in seiner Klarheit und gleichzeitiger Fremdheit jene Distanz erst ermöglicht, von der im zweiten Satz die Rede sein wird. Es wird gesprochen vom Geheimlehrer – der Geheimschule – dem Geheimschüler – Regeln, in Symbolen gegeben – von der Geburt des „höheren“ Menschen und dem Blick in höhere Welten. Rudolf Steiner beschreibt hier einen Prozess, der beim Lesen, das erschafft, wovon er spricht. Vorausgesetzt die alten Worte lenken nicht ab vom stillen Zentrum, aus dem der Text tönt: „Der Geheimlehrer gibt dem Schüler auch praktische Regeln zur Entwicklung des inneren Lebens, wobei er sie so gibt und sich dem Schüler gegenüber so verhält, dass er in dessen freien Willen zu keinem Zeitpunkt eingreift. Die erste Regel lautet: Schaffe dir Augenblicke innerer Ruhe und lerne in diesen Augenblicken das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Solche Regeln wurden früher in den Geheimschulen nicht in Worten, sondern in Symbolen gegeben. Der Geheimschüler soll sich für kurze Zeit (mindestens fünf Minuten) aus seinem Alltagsleben herausreißen und wie ein Fremder seine Empfindungen und Taten betrachten. Er muss mit der inneren Ruhe des Beurteilers sich selbst entgegentreten. Der Wert dieser ruhigen Selbstschau hängt weniger davon ab, was er dabei schaut, als in der Kraft, die eine solche innere Ruhe entwickelt. Diese Ruhe wird dann auch auf das Alltagsleben ausstrahlen und zu einer ganz neuen Lebensauffassung führen. Die gewonnene Ruhe und innere Sicherheit wirken schließlich weiter auf das ganze menschliche Wesen. So werden dann z. B. als Beleidigungen gemeinte Worte an dem Geheimschüler abperlen. Beim Warten wird er, statt zwecklose Ungeduld zu entwickeln, die Zeit für Beobachtungen nutzen usw. Durch diese innere Ruhe schafft der Schüler Raum in sich für die Geburt des „höheren Menschen“, der dann der innere Herrscher wird und die Verhältnisse des äußeren Menschen sicher führt. Aber über diese Selbstbetrachtung muss der Schüler hinauskommen und sich zu dem rein Menschlichen erheben, seinen Blick in die höheren Welten richten. Diese innere Beschaulichkeit muss ihm Lebensbedürfnis werden, er muss lieben, was ihm in diesen stillen Momenten…

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Mögliche Schritte zur übersinnlichen Wahrnehmung

Es ist mir bewusst, dass es ein Unterfangen ist, den Versuch zu wagen, die Schritte zur übersinnlichen Wahrnehmung zu beschreiben. Es ist meine Art, die Schritte nachvollziehbar zu beschreiben, und das mag etwas umständlich sein. Hinzu kommt, dass gewisse Feststellungen zwar nachvollzogen werden können, aber doch ein gewisses Mass an Erlebnisfähigkeit in Anspruch nehmen. Die Alltagswelt Im Alltag werden wir von einer Welt umgeben, die unseren Sinnen, ohne unser weiteres Hinzutun, zugänglich ist. D.h., die Sinne sind neutrale Vermittler. Wir können sehen, wir hören, wir schmecken, wir riechen und ertasten, wodurch wir zu der Welt der Dinge eine Beziehung aufbauen. Wir verwenden unsere Sinne, um uns in dieser Welt zu bewegen und in ihr tätig zu sein. Diese Welt ist uns gegeben. Wir gehen selbstverständlich mit ihr um und entdecken, dass wir uns in ihr durch unsere Tätigkeiten verwirklichen können. Das Ziel des Lebens scheint zunächst diese Selbstverwirklichung zu sein, und die sinnliche Welt scheint diesem Zweck zu dienen. Es braucht schon eine gewisse psychologisch-philosophische Ader, um zu überlegen, wie wir unsere innere Fähigkeit verwenden, um unsere Lebensziele zu verwirklichen. Ist man initiativ tätig, braucht man eine Vorbereitung für seine Tätigkeit. Man denkt sich die Schritte vorweg und überlegt, in welcher Reihenfolge man sie durchführen soll. Dem Verwirklichungsprozess geht ein Planungsprozess voraus. Die Gedanken, die man für diese Planung macht, spielen vor der Verwirklichung und gehören als Ideen nicht der sinnlichen Welt an. Durch den Menschen werden Ideen sinnliche Wirklichkeit. So entstehen seine Werke, die Menschenschöpfungen. Der Künstler Der Maler Paul Klee sagte: Der Künstler misst der natürlichen Erscheinungsform nicht die zwingende Bedeutung bei, wie viele der Kritik übenden Realisten. Er fühlt sich an diese Realität nicht so sehr gebunden, weil er an diesen Form-Enden (der Natur) nicht so sehr den Schöpfungsprozess sieht. Denn ihm liegt mehr an den formenden Kräften als an den Form-Enden. Paul Klee. Vortrag in Jena 26. Jan.1924. In Paul Klee Kunst-Lehre. Reclam Leipzig 1991, S. 82 Im Bezug auf das oben Dargestellte führt ein Künstler die Umsetzung von der Idee zur Tat. Insofern ein Mensch aus seinen Ideen Taten und Werke verwirklicht, und Ergebnisse zeitigt, ist jeder Mensch auch ein Künstler. Bei einem Kunstwerk liegt das Werk vor. Beim Betrachten fordert es den Betrachter auf, sich einzuleben. Insofern ist der Betrachter auch ein moderner Kritiker, weil es uns interessiert, was die kritisierende Persönlichkeit innerlich durchlebt, wenn sie sich dem Genuss des Werkes hingibt. Die wahrhaft moderne Kritik kann keine Ästhetik anerkennen; ihr ist jedes Kunstwerk eine neue Offenbarung; sie urteilt in jeder Kritik nach neuen Regeln, wie das wahre Genie bei jedem Werke nach neuen Regeln schafft. Rudolf Steiner,…

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Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

Erstveröffentlichung in Die Drei 3/2019 Das Wesen des leibfreien Bewusstseins und einige Kriterien zu seiner Erkenntnis In letzter Zeit gab es mehrfach Anlass, sich mit dem Thema des leibfreien, übersinnlichen Erkennens auseinanderzusetzen.1 Eine der Fragen, die dabei entstehen, ist: Führt das, was in diversen anthroposophischen Seminaren als Meditationsübungen praktiziert wird, zu übersinnlichen Erkenntnissen eines leibfreien Bewusstseins, oder handelt es sich lediglich um verfeinerte Sinneserfahrungen? Sind beispielsweise die inneren Bewegungseindrücke und Erlebnisse, die man an der Beobachtung von sprießenden oder welkenden Pflanzen bekommen kann,2 übersinnlich, oder sind es in das Bewusstsein hinaufgeholte und ästhetisch verfeinerte Eindrücke der »unteren« Sinne, des Tast-, Lebens-, Bewegungs- und Gleichgewichtssinnes? Da übersinnliche Wahrnehmungen nur innerlich gemacht und beurteilt werden können, kann es hilfreich sein, sich zu verdeutlich, wie Steiner das leibfreie Erkennen beschrieben hat. Der vorliegende Beitrag möchte zumindest einige Aspekte dieses Erkennens beschreiben, sowie Kriterien darstellen, anhand derer es sich von anderen Erkenntnisarten unterscheiden lässt. In einem zweiten Teil wird an einem meditativen Beispiel der Übergang von leibgebundener zu leibfreier Erfahrung diskutiert. Drei Arten des Erkennens In seiner Autobiographie charakterisiert Rudolf Steiner drei Arten des Erkennens, die »gewöhnliche begriffliche Erkenntnis, die an der Sinnesbeobachtung gewonnen wird«, das »ideelle Erleben, das aber das wirkliche Geistige doch in sich aufnimmt«, ein geistiges »Erleben, an dem der ganze Mensch beteiligt ist«.3 Die Sinneserkenntnis ist vom Organismus abhängig. Bei der ideell-geistigen Erkenntnis ist eine einzelne Einsicht ihrem Wesen nach vom physischen Organismus unabhängig; dass ein solches Erkennen aber überhaupt möglich ist, hängt davon ab, dass »im allgemeinen das Leben im Organismus vorhanden ist.« Die dritte Art von Erkennen kann jedoch nur dann durch den geistigen Menschen zustande kommen, wenn er sich von dem physischen Organismus so frei macht, als ob dieser gar nicht vorhanden wäre. Mein Lebensgang‹ (GA 28), Dornach 1982, S. 325f.  In der ersten Art des Erkennens wird die Wahrheit und Wirklichkeit des Erlebten durch die Wahrnehmung verbürgt. Das Erkennen findet im Hier und Jetzt statt, das Ergebnis wird im Gedächtnis behalten. In der zweiten Art werden Begriffe innerlich erlebt. Diese Erkenntnisart liegt Steiners ›Philosophie der Freiheit‹ zugrunde. Dabei »tritt in der Einzel-Anschauung die unmittelbare Erfahrung von dem über die Anschauungsdauer hinausgehenden Bestand des Wahrgenommenen ein.«4 Beim Erfassen eines Begriffes kann man unmittelbar erleben, dass sein Inhalt nicht nur jetzt wahr ist, sondern es auch gestern war und morgen sein wird. Hier reicht das bloß gedächtnismäßige Behalten des Erkannten nicht aus. Wie der Organismus fortwährend atmen muss, so ist es notwendig, »daß die Seele in einer fortdauernden lebendigen Wechselwirkung stehe mit der Welt, in die man sich durch diese Erkenntnis versetzt.« Diese Wechselwirkung erreicht man durch regelmäßiges Meditieren. In der dritten…

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»Strahlender als die Sonne«

Erstveröffentlichung in Die Drei 10/2018 Die Grenze zum leibfreien Bewusstsein in der Meditation In einem vorangegangenen Artikel1 habe ich mich der Frage anzunähern versucht, wie Erfahrungen zu bewerten sind, die man durch anthroposophische Meditationsübungen relativ einfach erreichen kann, wie z.B. das Erleben von lebendig gestaltenden Kräften in sprießenden oder welkenden Pflanzen. Man bewegt sich mit solchen Erfahrungen an der Grenze zwischen dem gewöhnlichen und einem nicht mehr sinnlichen Bewusstsein, das nach Rudolf Steiner bis zu einem völlig leibfreien Bewusstsein gesteigert werden kann. Ich habe einige Ausführungen Steiners zu diesem leibfreien Bewusstsein dargestellt und Kriterien besprochen, anhand derer man es erkennen kann. Hier möchte ich nun eine Mantren-Meditation beschreiben, durch die man die Grenze zum leibfreien Bewusstsein genauer kennenlernen kann: Strahlender als die Sonne Reiner als der Schnee Feiner als der Äther Ist das Selbst, Der Geist in meinem Herzen. Dies Selbst bin Ich, Ich bin dies Selbst. Es handelt sich um eine theosophische Meditation, die Steiner wohl aus dem Englischen übersetzte und in Esoterischen Stunden seinen Schülern empfahl. Es existiert auch eine schriftliche Erläuterung Steiners dazu.2 Ich möchte mich jedoch vor allem auf eigene Erfahrungen mit diesem Mantram beziehen. Nach dem Herstellen innerer Ruhe und einer ehrfurchtsvollen Seelenstimmung3 versenkt man sich Zeile für Zeile in diesen Spruch. Man beginnt mit einer Art denkenden Auseinandersetzung, wobei dieses Denken langsam, konzentriert und wiederholend ist. »Strahlender als die Sonne« bildet dabei sogleich eine Hürde. Wie muss etwas sein, das noch strahlender ist als die Sonne? Der Satz evoziert eine bildhafte Vorstellung und lässt sich doch nicht verbildlichen. Man gerät dadurch in eine innerer Aktivität, denn ein Noch-Strahlenderes lässt sich nur insofern denken, als man es eben noch strahlender als die Sonne macht. Im gewöhnlichen Bewusstsein ist ein vorgestellte Bild immer ein Endergebnis einer (un- oder vorbewussten) Vorstellungstätigkeit. Durch den Satz »Strahlender als die Sonne« wird das Vorstellungsbild durch diese Tätigkeit selbst überwunden. Da das gewöhnliche Bewusstsein gerade durch seine fertigen Vorstellungen charakterisiert ist, ist die Meditation dieses Satzes schon ein erster Schritt zur Überwindung dieses Bewusstseins. Und da die gewöhnlichen, fertigen Vorstellungen durch ›Spiegelung‹ der geistigen Vorstellungstätigkeit am Leib (Gehirn) entstehen, führt die Meditation dieses Satzes bereits zu einer ersten Stufe der Leibfreiheit, anthroposophisch gesprochen zu einem Eintauchen in die ätherische Bildetätigkeit des Denkens. »Strahlender als die Sonne« erfordert eine Aktivierung des Denkens, wie sie von Rudolf Steiner als erste Stufe der anthroposophisch-meditativen Schulung immer wieder gefordert worden ist. Um die ätherische Bildetätigkeit noch bewusster zu erleben, kann man einem Vorschlag Steiners4 folgen, indem man die mantrischen Worte, die man sich zunächst innerlich vorgesprochen hat, bewusst zurückhält. Ich denke dann weiterhin denselben Inhalt, aber ich lasse ihn…

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Rundbrief der Allgemeinen Sektion

Rundbrief für Mitglieder der freien Hochschule für Geisteswissenschaft Herausgegeben von der Allgemeinen Anthroposophischen Sektionfür die Goetheanum-Leitung Nr. 6 Ostern 2024 Inhaltsverzeichnis Constanza Kaliks: Editorial Peter Selg:Vor dem Tor der ersten Stunde Matthias Girke: Die Erste Tafel und der Erkenntnisweg der Michaelschule, Johannes Kiersch: Lilly Kolisko als Vermittlerin, Claus-Peter Röh: Erfahrungen mit Formen der Klassenarbeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten Virginia Sease: Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der Ersten Klasse in Nordamerika Pjotr Tschaikowski: Bericht über die Klassenarbeit in Russland Antonio Malagón: Die Anfänge der Ersten Klasse in Spanien Autorennotizen Weiterführende Literatur (Auswahl) Der Rundbrief ist für Mitglieder der Hochschule für Geisteswissenschaft erhältlich:

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Die Michaelschule als Sozialkunst, Schloss Hohenfels, 29.-30.Sep. 2024

Liebe Freunde und Interessenten, im Zusammenhang mit der Initiative zur Gründung eines Verbundes für Sozialethik ist ein Impuls entstanden spirituelle, soziale Kompetenz auszubilden und zu erforschen, um sie für das Leben fruchtbar zu machen, nach der die Zeit so dringlich ruft. Rudolf Steiner wurde innerhalb der Karma-Vortragsreihe* einmal gefragt: Was ist die Intelligenzkraft der Sonne, die uns täglich mit den Sonnenstrahlen Licht und Wärme für neue Lebenskräfte schenkt? Rudolf Steiner antwortete mit einer Frage: Es ist die Frage, wie gehen wir miteinander um? Die Wärme der Sonne beschenkt uns mit aufbauender sozialer Intelligenz in alle Berufs- und Lebenszweige hinein. Spirituelle soziale Intelligenz wird in der Michaelschule in 19 Hochschulstunden, die Rudolf Steiner 1924 gab, vermittelt. An diesen Stunden wird gearbeitet. Sie werden durch praktische Sozialübungen, Karmaarbeit, bewusstseinserweckende Ritualaufstellungen und angeleitete Meditationen lebendig in ein Verständnis und in den Beziehungsaufbau mit den Geistführern gebracht. Herzlich laden wir ein zum Schulungskurs, der am 28. – 29.09.2024 beginnen wird, um neue Wege in die Michaelschule und zur Quelle geistiger Intuitionskräfte zu erforschen und zu finden. Wir freuen uns über Ihr/ Euer Interesse. Beigefügt ist das Rahmencurriculum. Mit herzlichen Grüßen in die Osterzeit Eva Kleber Mit Michael Birnthaler und dem Initiativkreis Verbund für Sozialethik Die-Michael-Schule-–-als-Sozialkunst-–-Ein-Forschungsweg Herunterladen

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Hochschule in Entwicklung (Stuttgart 2024)

Fortsetzung der Tagungsreihe in Stuttgart: save the date: 22./23.11.2024 Programm kommt später.Bericht über die letzte Tagung siehe Bericht Hochschule in Entwicklung – Stuttgart (in dieser Ausgabe)

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Perspektiven der Hochschularbeit

Rezension von "Perspektiven freier Hochschularbeit"1 Diese Rezension habe ich für "Anthroposophie Weltweit" im Frühjahr 2019 geschrieben, dort sollte sie zusammen mit einer Stellungnahme der Allg. Sektion veröffentlicht werden. (Diese Stellungnahme ist bis heute nicht erfolgt und die Veröffentlichung entsprechend auch nicht.) Deshalb sei meine Rezension hier im Gedenken an Elisabeth Wutte† und als Dank an sie und Günther Röschert platziert . Rezension 20 Beiträge alphabetisch nach Anfangsbuchstaben der Autoren geordnet? Zunächst denke ich noch: Da haben die Herausgeber ja Glück gehabt, dass mit David Auerbach ein Überblick über die verschiedensten gängigen Hochschularbeiten an den Anfang gerät. Aber wenn sich auch der eine oder andere Beitrag systematisch anders anordnen liesse: Gegen Schluss stehen Beiträge, die sich nicht in Klagen, eher grundsätzlichen Überlegungen oder Nacherzählungen der Mantreninhalte befassen, sondern bescheiden von weiterführenden Ansätzen erzählen, die noch vor wenig Jahren als anmassend oder naiv abgewertet worden wären. Klagen Die schweren Klagen kommen nicht als anklagende Texte. Sie schildern vielmehr biographische Momente, etwa von Valentin Tomberg oder Heinrich Leiste, die an der Immunreaktion der Anthroposophischen Gesellschaft zerschellen bzw. sich totlaufen. War es Erkenntnisohnmacht, die die Auseinandersetzung fürchtete und deshalb diese Menschen ausgrenzte bzw. ignorierte? Sind wir heute besser? Ich wage die These: Solange die Anthroposophische Gesellschaft keine Hochschule (sondern allenfalls eine Volkshochschule2) trägt, wird sie solchen eigentlich fruchtbaren Auseinandersetzungen (wie beispielsweise mit Judith von Halle) nicht gewachsen sein. Das kommt in den Beiträgen auch deutlich zum Ausdruck. Da über Jahrzehnte (immer wieder) «Lektoren» so gewählt wurden, dass sie nicht in Konflikte verwickelt waren, ist es nicht wirklich überraschend, dass sie sich überfordert fühlten, als aus den «Lektoren» «Vermittler» werden sollten, die selbstständig ihre Hochschularbeit verantworten. Sie fanden besonders formale Fragen wichtig: «Nie ohne blaue Karte» und: «die Klassentexte gehören trotz Veröffentlichung nicht in die Hände von einfachen Hochschulmitgliedern.» Beides lässt sich begründen. Wenn aber damit Entwicklungen ausgebremst werden, fehlt es an Leitung. Erlebnisse Immer wieder kreisen Schilderungen des Buches um den Hüter der Schwelle. Besonders beeindruckend fand ich das «das gelöbnis» [sic!] von Herbert Heinz Friedrich, der mit eigener Spruchform diese Gestalt in ihrer Unumgänglichkeit fühlbar werden lässt, indem er von seinem Gelöbnis3 «vor» dem Hüter erzählt. Und doch bleibt dieser Hüter (jedenfalls in seinem Text) als unmittelbare Geisterfahrung vage. Mich berührt dieser Text, weil er auf jede Extrapolation (wie der Hüter denn wohl eigentlich wäre, wenn ich ihn konkret erlebte) verzichtet und nur den Umgang mit der eigenen Erfahrung schildert. Eher ermüdend las ich dagegen die Nacherzählungen der Mantren in verschiedenen Beiträgen, um daran die eigene Arbeitsweise zu demonstrieren, anregend dagegen Schilderungen, wie einzelne sich der Geisterfahrung aussetzen und was sie dabei erfahren. Arbeitsweisen Eine Stärke dieser…

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Eine Besinnung nach 100 Jahren

erschienen in Die Drei 1/2024 Günter Röschert1 Über die Weihnachtstagung 1923/24 zur Gründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft Über den Verlauf der sogenannten Weihnachtstagung 1923/24 brachte Marie Steiner zwanzig Jahre später eine ausführliche Dokumentation heraus.2 Im Vorwort führte sie aus, die Tagung sei der Versuch eines »Menschenerziehers« gewesen, »seine Zeitgenossen über das eigene kleine Selbst hinaus zu heben, sie zum bewußten Wollen wachzurufen, Werkzeug der weisen Weltenlenkung werden zu dürfen.« Marie Steiner fuhr dann fort: »Doch ist diese Weihnachtstagung zugleich mit einer un- endlichen Tragik verbunden. Denn man kann nicht anders als sagen: Wir waren wohl berufen, aber nicht auserwählt. Wir sind dem Ruf nicht gewachsen gewesen. Die weitere Entwicklung hat es gezeigt.«3 Die Tagung stehe im »tragischen Lichte« für den, der die Möglichkeit habe, »die Geschehnisse zu über- schauen. Von der Schwere und dem Leide dieses Geschehens haben wir nicht das Recht, unsere Gedanken abzuwenden.«4 Dieser Worte gilt es sich zu erinnern, wenn in der Anthroposophischen Gesellschaft der Gegenwart der historischen Weihnachtstagung festlich gedacht wird. In diesem Zusammenhang erwähnt sei das unlängst vollständig gewordene dreibändige Geschichtswerk von Lorenzo Ravagli: ›Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert‹.5 Ravaglis monumentale Arbeit folgt einem viel breiteren Ansatz als der vor- liegende Aufsatz. Eine auch nur annähernd vergleichbare Arbeit lag bisher nicht vor. Wer die Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft verstehen und geschichtlich bewerten will, wird Ravaglis drei Bände keinesfalls ignorieren können. Tragik vor der Weihnachtstagung Als Vorgeschichte der Weihnachtstagung 1923/24 im engeren Sinne ist das Jahr nach dem Brand des ersten Goetheanum in der Silvester bzw. Neujahrsnacht 1922/23 zu betrachten. Die latenten Organisations- und Führungsfragen der Anthroposophischen Gesellschaft waren in diesem Jahr nicht wirklich beantwortet, geschweige denn in konkrete Regelungen umgesetzt worden. 1991 – achtundsechzig Jahre nach dem Brand – brachte der Rudolf Steiner Verlag als Band 259 der Gesamtausgabe (GA) eine Dokumentensammlung von 952 Seiten mit dem Titel ›Das Schicksalsjahr 1923 in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft‹ heraus. Die das ganze Jahr anhaltenden Bemühungen Rudolf Steiners, die richtige Organisationsform für eine zu erneuernde Anthroposophische Gesellschaft zu finden, sind in dem Band dokumentiert. Der Band wird eröffnet mit einem Rückblick auf das Jahr 1923 von Marie Steiner.6 Das in der Gesellschaft herrschende »Cliquenwesen«7 habe es zu überwinden gegolten. (Die Vorträge Rudolf Steiners von Januar bis März 1923 mit dem Titel ›Anthroposophische Gemeinschaftsbildung‹ sind bereits seit 1965 als GA 257 erhältlich.) Es ist nicht daran zu zweifeln, dass allein die konsequente Haltung Steiners in den zahlreichen Arbeitssitzungen und in seinen Vorträgen ein Auseinanderfallen der Gesellschaft – wie auch immer – verhindert hat. Ende Februar 1923 wurde zu einer mehrtägigen Delegiertentagung nach Stuttgart eingeladen. Steiner äußerte…

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