Perspektiven der Hochschularbeit

Rezension von "Perspektiven freier Hochschularbeit"1 Diese Rezension habe ich für "Anthroposophie Weltweit" im Frühjahr 2019 geschrieben, dort sollte sie zusammen mit einer Stellungnahme der Allg. Sektion veröffentlicht werden. (Diese Stellungnahme ist bis heute nicht erfolgt und die Veröffentlichung entsprechend auch nicht.) Deshalb sei meine Rezension hier im Gedenken an Elisabeth Wutte† und als Dank an sie und Günther Röschert platziert . Rezension 20 Beiträge alphabetisch nach Anfangsbuchstaben der Autoren geordnet? Zunächst denke ich noch: Da haben die Herausgeber ja Glück gehabt, dass mit David Auerbach ein Überblick über die verschiedensten gängigen Hochschularbeiten an den Anfang gerät. Aber wenn sich auch der eine oder andere Beitrag systematisch anders anordnen liesse: Gegen Schluss stehen Beiträge, die sich nicht in Klagen, eher grundsätzlichen Überlegungen oder Nacherzählungen der Mantreninhalte befassen, sondern bescheiden von weiterführenden Ansätzen erzählen, die noch vor wenig Jahren als anmassend oder naiv abgewertet worden wären. Klagen Die schweren Klagen kommen nicht als anklagende Texte. Sie schildern vielmehr biographische Momente, etwa von Valentin Tomberg oder Heinrich Leiste, die an der Immunreaktion der Anthroposophischen Gesellschaft zerschellen bzw. sich totlaufen. War es Erkenntnisohnmacht, die die Auseinandersetzung fürchtete und deshalb diese Menschen ausgrenzte bzw. ignorierte? Sind wir heute besser? Ich wage die These: Solange die Anthroposophische Gesellschaft keine Hochschule (sondern allenfalls eine Volkshochschule2) trägt, wird sie solchen eigentlich fruchtbaren Auseinandersetzungen (wie beispielsweise mit Judith von Halle) nicht gewachsen sein. Das kommt in den Beiträgen auch deutlich zum Ausdruck. Da über Jahrzehnte (immer wieder) «Lektoren» so gewählt wurden, dass sie nicht in Konflikte verwickelt waren, ist es nicht wirklich überraschend, dass sie sich überfordert fühlten, als aus den «Lektoren» «Vermittler» werden sollten, die selbstständig ihre Hochschularbeit verantworten. Sie fanden besonders formale Fragen wichtig: «Nie ohne blaue Karte» und: «die Klassentexte gehören trotz Veröffentlichung nicht in die Hände von einfachen Hochschulmitgliedern.» Beides lässt sich begründen. Wenn aber damit Entwicklungen ausgebremst werden, fehlt es an Leitung. Erlebnisse Immer wieder kreisen Schilderungen des Buches um den Hüter der Schwelle. Besonders beeindruckend fand ich das «das gelöbnis» [sic!] von Herbert Heinz Friedrich, der mit eigener Spruchform diese Gestalt in ihrer Unumgänglichkeit fühlbar werden lässt, indem er von seinem Gelöbnis3 «vor» dem Hüter erzählt. Und doch bleibt dieser Hüter (jedenfalls in seinem Text) als unmittelbare Geisterfahrung vage. Mich berührt dieser Text, weil er auf jede Extrapolation (wie der Hüter denn wohl eigentlich wäre, wenn ich ihn konkret erlebte) verzichtet und nur den Umgang mit der eigenen Erfahrung schildert. Eher ermüdend las ich dagegen die Nacherzählungen der Mantren in verschiedenen Beiträgen, um daran die eigene Arbeitsweise zu demonstrieren, anregend dagegen Schilderungen, wie einzelne sich der Geisterfahrung aussetzen und was sie dabei erfahren. Arbeitsweisen Eine Stärke dieser…

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Elisabeth Wutte (1949 – 2023)

Ach Lizbeth, dass du nun in die himmlischen Welten gegangen bist ist richtig schade!!! Dein lustiges Lachen, deine helle Stimme, dein funkelndes Interesse, deine kreative Aktionsbereitschaft – das ist hier auf der Erde, und in diesen Zeiten, etwas so Nötiges, so Schönes! So hab Dank für deinen überreichen Segen, den wir, unter vielem Anderen eben in der Gemeinschaft der ersten Ausbildung für „Spirituelle Organisationsentwicklung“ am Quellhof so geniessen konnten – in diesen schönen Jahren von 2013 – 2016. Tiefer Eindruck auch: deine Abschlusspräsentation zu „Soziale Aspekte der 15. Klassenstunde – Das Mitwirken der 3. Hierarchie im sozial agierenden Menschen“ – deinem Metier! Das lebte in dir, wie als sozialer Antrieb, aber auch wie als Antrieb für Hochschule, Geistesforschen und Christus-artiges Verstehen und Entwickeln der Erdenkultur: “Empfinde, wie wir in deinem Denken empfinden” – weisen die Engel uns ins Sozialempfinden hinein, “Erlebe, wie wir in deinem Fühlen erleben” - weisen uns die Erzengel tiefer ins Sozialagieren hinein, “Schaue, wie wir in deinem Wollen schauen” - weisen uns die Archai ins Sozialdurchschauen hinein. Schöpferisches Tun war angeknüpft daran. So zuerst diese immer kreativen Gespräche – immer up to date in allem Anthroposophischen: über die tiefste Esoterik, den Fortgang der Michaelschule, den konkreten Umgang mit den Klassenstunden, das Zusammenführen der Strömungen, das Zugehen auf die neuen Generationen, den Umgang mit dem Weltgeschehen und den Flüchtlingen. Du warst, wie so oft in den Weltereignissen, sofort aktiv, halfst, organisiertest unmittelbar ein Seminar zur Flüchtlingsfrage im „Quellhof“ mit Annemarie Thimm! Du hattest schon soviel gemacht, als ich dich traf – Theater, Lehrerin, Theaterpädagogik in Herdecke, Muttersein, Waldorfpädagogik, Sprachförderung, Dozentin, Fortbildungen für Waldorferzieherinnen, „Start International“ – Nothilfeeinsätze in vielen Hilfsgebieten, Dreigliederung, Christologie, Bücher schreiben1, Mysteriendramen, Klassenstunden usw. usw. Quelle: waldorfbuch.de Wir hatten uns Anfang der 2000er im Lindengarten, bei Legau im Allgäu getroffen, als du nachfragend und begeistert interessiert mit Heinz Friedrich zu einem der ersten Seminare zu meinem „Seelischen Beobachten in der Natur“ vom Bodensee her angereist kamst. Und es war sehr innig draussen in der herrlichen Natur, nahe der Iller, zusammen wahrzunehmen bis in den Sonnenuntergang hinein. Mit Heinz Friedrich und seiner lieben Frau hattet ihr damals am Bodensee schon mutig und eigenständig freie Klassenstunden gestaltet, Mysteriendramen eingeübt usw.! Kräftige, kreative, tiefgreifende Arbeit! Die intimsten Gespräche mit dir waren die über Christus, du hattest auch eine Christusbegegnung erlebt und dadurch die Offenheit für Christuserfahrene andere Christen geelebt, dich bei der alt-steifen Anthroposophengarde unbeliebt gemacht, Isolation erlitten – und warst deinen Weg einfach wacker und doch so sensibel, und immer der mitfühlenden Tränen mächtig, weitergegangen. Dann wieder deine Idee und dies schöpferische Zugreifen und Tun: die unendlich verbollwerkte Entwicklungsverhinderung durch…

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Eine Besinnung nach 100 Jahren

erschienen in Die Drei 1/2024 Günter Röschert1 Über die Weihnachtstagung 1923/24 zur Gründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft Über den Verlauf der sogenannten Weihnachtstagung 1923/24 brachte Marie Steiner zwanzig Jahre später eine ausführliche Dokumentation heraus.2 Im Vorwort führte sie aus, die Tagung sei der Versuch eines »Menschenerziehers« gewesen, »seine Zeitgenossen über das eigene kleine Selbst hinaus zu heben, sie zum bewußten Wollen wachzurufen, Werkzeug der weisen Weltenlenkung werden zu dürfen.« Marie Steiner fuhr dann fort: »Doch ist diese Weihnachtstagung zugleich mit einer un- endlichen Tragik verbunden. Denn man kann nicht anders als sagen: Wir waren wohl berufen, aber nicht auserwählt. Wir sind dem Ruf nicht gewachsen gewesen. Die weitere Entwicklung hat es gezeigt.«3 Die Tagung stehe im »tragischen Lichte« für den, der die Möglichkeit habe, »die Geschehnisse zu über- schauen. Von der Schwere und dem Leide dieses Geschehens haben wir nicht das Recht, unsere Gedanken abzuwenden.«4 Dieser Worte gilt es sich zu erinnern, wenn in der Anthroposophischen Gesellschaft der Gegenwart der historischen Weihnachtstagung festlich gedacht wird. In diesem Zusammenhang erwähnt sei das unlängst vollständig gewordene dreibändige Geschichtswerk von Lorenzo Ravagli: ›Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert‹.5 Ravaglis monumentale Arbeit folgt einem viel breiteren Ansatz als der vor- liegende Aufsatz. Eine auch nur annähernd vergleichbare Arbeit lag bisher nicht vor. Wer die Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft verstehen und geschichtlich bewerten will, wird Ravaglis drei Bände keinesfalls ignorieren können. Tragik vor der Weihnachtstagung Als Vorgeschichte der Weihnachtstagung 1923/24 im engeren Sinne ist das Jahr nach dem Brand des ersten Goetheanum in der Silvester bzw. Neujahrsnacht 1922/23 zu betrachten. Die latenten Organisations- und Führungsfragen der Anthroposophischen Gesellschaft waren in diesem Jahr nicht wirklich beantwortet, geschweige denn in konkrete Regelungen umgesetzt worden. 1991 – achtundsechzig Jahre nach dem Brand – brachte der Rudolf Steiner Verlag als Band 259 der Gesamtausgabe (GA) eine Dokumentensammlung von 952 Seiten mit dem Titel ›Das Schicksalsjahr 1923 in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft‹ heraus. Die das ganze Jahr anhaltenden Bemühungen Rudolf Steiners, die richtige Organisationsform für eine zu erneuernde Anthroposophische Gesellschaft zu finden, sind in dem Band dokumentiert. Der Band wird eröffnet mit einem Rückblick auf das Jahr 1923 von Marie Steiner.6 Das in der Gesellschaft herrschende »Cliquenwesen«7 habe es zu überwinden gegolten. (Die Vorträge Rudolf Steiners von Januar bis März 1923 mit dem Titel ›Anthroposophische Gemeinschaftsbildung‹ sind bereits seit 1965 als GA 257 erhältlich.) Es ist nicht daran zu zweifeln, dass allein die konsequente Haltung Steiners in den zahlreichen Arbeitssitzungen und in seinen Vorträgen ein Auseinanderfallen der Gesellschaft – wie auch immer – verhindert hat. Ende Februar 1923 wurde zu einer mehrtägigen Delegiertentagung nach Stuttgart eingeladen. Steiner äußerte…

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Rudolf Steiner und die „wahren, echten Rosenkreuzer“

Eine Anfrage Anthroposophie ist – eine gewisse Wegstrecke weit auch im Umfeld der Theosophie – erwachsen auf dem Boden einer genuin mitteleuropäischen Geistigkeit, die von dem unbekannten Meister Johannes Taulers über Fichte zum jungen Steiner reicht. Der künftige Geisteslehrer hat, daran anknüpfend, neben den Impulsen Schillers und Goethes dann insbesondere auch das Rosenkreuzertum aufgenommen und von diesen Grundlagen her später die moderne christlich-rosenkreuzerische Esoterik entfaltet. Deren vorrangiges Anliegen ist es, dem heutigen Menschen die Wege zu eröffnen, die ihn zu der Begegnung und Berührung mit Christus führen können, der seit Beginn des neuen Zeitalters im Ätherischen gegenwärtig ist. Eine ganze Welt neuer Wirklichkeiten ist mit dem Erscheinen Christi im Ätherischen verbunden, die schrittweise zu erkennen die ganze Anthroposophie die Mittel bereitstellt. Dieses sind Wirklichkeiten sowohl mikrokosmischer als auch makrokosmischer Natur. Der inneren Mitte dieser neuen Wirklichkeiten – mit Blick auf den einzelnen Menschen und auf seine terrestrisch-kosmische Umwelt – gehören jene Geheimnisse an, von denen Rudolf Steiner Mitteilung machte, als er 1911 in Basel über die „Ätherisation des Blutes“ sprach. Spirituelles Herzblut der anthroposophischen Bewegung durchpulst diese Darlegungen, die in der innigsten Weise Menschenkunde, Kosmologie und Christologie zu einem organischen Höheren verbinden. Die mikrokosmische, auf den Einzelmenschen bezogene Darstellung der Ätherisation des Blutes, jener vom Herzen zum Haupte aufsteigenden ätherischen Lichtströmungen und ihrer Bedeutung für das seelisch-geistige Leben des Einzelnen war bereits im März 1911 in Prag sowie im August 1911 in München erfolgt. Im Oktober 1911 jedoch fügte Rudolf Steiner in Basel zu der Enträtselung dieser mikrokosmischen Geheimnisse die makrokosmische Dimension hinzu. Die ganze Tragweite des gemeinten mikrokosmischen Geschehens, so Rudolf Steiner, könne man nämlich überhaupt erst ermessen, wenn man sich die „entsprechende Erscheinung im Makrokosmos“ vor Augen führe. Diese makrokosmische Erscheinung besteht ja darin, dass seit dem Mysterium von Golgatha, seitdem also das Blut des Christus Jesus auf die Erde floss, auch dieses heiligste Blut eine immer umfassendere Ätherisation erfährt, von woher in unserem neuen Zeitalter die gesamte Erdenatmosphäre mit moralisch-ätherischen Essenzen durchzogen ist, mit denen es in Berührung zu kommen gilt. Exakt an der Stelle, wo Rudolf Steiner erstmals die Verbindung der mikrokosmischen Geheimnisse der Ätherisation des Blutes mit den makrokosmischen Geheimnissen der Ätherisation des Blutes herstellte, gab er zugleich einen höchst bemerkenswerten Hinweis auf die „wahren, echten Rosenkreuzer“, mit welchen er damals in dieser Frage, auf dem Gebiet des okkulten Forschens, zusammenarbeitete. Er fasste diesen weitreichenden Hinweis in die folgenden Worte: „Die entsprechende Erscheinung,“, gemeint ist die dem schon vorher bekannten mikrokosmischen Geschehen entsprechende Erscheinung im Makrokosmos, „sie ist heute so zu schildern, wie sie als Ergebnis vorliegt gerade durch die sorgfältigsten okkulten Forschungen der letzten Jahre, unternommen in den…

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Leitsätze zur Meditation

Dieser Beitrag von Rolf Heine und Andreas Heertsch entstand aus einer Anfrage der Tagungsverantwortlichen für die Michaeli-Welttagung 2023 am Goetheanum, in der die "Initiative anthroposophische Meditation" (früher Living Connections/Goetheanum Meditation Worldwide) ein Forum mit dem Titel "Meditation!" veranstaltet hatte. Meditation! Unter Meditation verstehen wir eine Form der Bewusstseinsschulung. Sie kann auf unterschiedliche Ziele inhaltlich und methodisch ausgerichtet sein wie z.B. Körperliche und seelische Gesundheit Bewusstseinserweiterung, neue Wahrnehmungsqualitäten, Zusammenwirken mit geistigen Wesen Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit und Authentizität Wirksamkeit im Zeitgeschehen mit geistigen Mitteln Selbsterkenntnis Meditation ist ein Werkszeug, um sich solchen Zielen durch Bewusstseinskraft anzunähern. „Werkzeug“ ist dabei ein Bild, das zum Ausdruck bringt, dass Aktivität und Können notwendig sind, um etwas ins Werk zu setzen. Ein anderes Bild ist die „Landschaft“, die es zu erkunden gilt, in der sich neue Ansichten und Räume öffnen, je nach Ort und Zeit, in der sich die Landschaft darbietet. Jedes Werkzeug bedarf einer sachgemäßen Handhabung, und jeder Weg birgt Unvorhergesehenes. Jede Änderung der Bewusstseinsart, bedarf der wachen Beziehung zum Alltagsbewusstsein. Anthroposophische Meditation knüpft an die dem Menschen vertrauten Bewusstseinskräfte Denken, Fühlen und Handeln an. Sie intendiert eine harmonische Entfaltung und Verstärkung dieser Bewusstseinskräfte. Eine harmonische Entwicklung ist vor allem dann gegeben, wenn die Übungsschritte in möglichster Wachheit und Klarheit erfolgen, schrittweise das mehr traumartige Fühlen beleben und schließlich das Handeln mit Liebe durchdringen. Anthroposophische Meditation wird meist von weiteren Übungen begleitet, welche das harmonische Verhältnis von Denken, Fühlen und Handeln unterstützen. In der anthroposophischen Literatur werden Übungen dieser Art „Nebenübungen“ genannt. Meditationswege wurden und werden in der Kulturgeschichte vielfach beschrieben. Anthroposophie versteht sich als Geisteswissenschaft. Als solche rezipiert sie alte und neue Meditationswege und stellt diese in ein Verhältnis zu ihrem eigenen originären Ansatz. Aus der Vielfalt der meditativen Ansätze betont Anthroposophie diejenigen, die auf Erkenntnis ausgehen, sei es als Kontemplation (Betrachtung), Bildmeditation (aktive Herstellung innerer Bilder), als Wort- oder Spruchmeditation (Durchschreiten sich eröffnender Bedeutungsebenen), als Bewegungsmeditation (ungeteilte Anwesenheit im bewegten Leib), oder als Situationsmeditation (Vergegenwärtigung einer bestimmten geistigen Entwicklungsstufe). In jedem Fall geht es um ein waches Entwickeln des eigenen Bewusstseins. Die ersten Schritte auf einem bewusst gewählten meditativen Weg führen, wenn sie sachgemäß ausgeführt werden, meist zu raschen, wenn auch manchmal zunächst nur vorübergehenden positiven Resultaten in Bezug auf Gesundheit, mentale Leistungsfähigkeit oder Erweiterungen des Bewusstseinshorizonts. Gleichsam im Schatten dieser positiven Erfahrungen, können aber auch Schwierigkeiten und Hindernisse auftauchten, zum Beispiel, wenn angestrebte Übungsziele nicht wie vorgestellt erreicht werden, oder wenn Schritte in der Selbsterkenntnis bedrückende Schwächen oder Schuldgefühle zutage fördern. Solche Hindernisse können selbst den ernsthaft Übenden zweifeln lassen, ob der eingeschlagene Weg der richtige sei, oder ob man selbst geeignet oder bereit sei,…

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Bericht Hochschule in Entwicklung – Stuttgart

Im November trafen sich in Stuttgart ca. 150 Teilnehmer, um in einen Erfahrungsaustausch über mögliche Formen der Hochschularbeit zu kommen. In den Arbeitsgruppen wurden Zugänge zu den Situation der 11. Klassenstunde (die Seele findet sich im Tempel) beschritten. Dabei zeigten sich zwei verschiedene Zugangstypen: Zugang am Besinnen der Bedeutungshorizonte des Mantram-Textes Zugang durch schauspielerisches Einnehmen der Positionen der verschiedenen (hierarchischen) Sprecher Der Zugang durch schauspielerisches Einnehmen der Positionen - manche würden vielleicht von "Aufstellungen" sprechen - war für mich neu, weshalb ich an der Arbeit von Anton Kimpfler und von Stefan Hartmann teilnahm. Wenn ich hier von "schauspielerisch" schreibe, dann mit der Betonung auf "Schau". "Spielerisch" eher im kindlichen Sinne: Kinder nehmen ihr Spiel ernst, wissen aber, dass es Spiel ist. So auch hier: Im Wissen, dass Sprache und Haltung weniger als nur anfänglich ist, wagten wir uns als beispielsweise Hierarchien aufzustellen, um zu beobachten, was wohl geschehe. Dieses Eintreten in eine "Rolle" ermöglichte Perspektive: In welche Richtung eine eigene Entwicklung gefordert wird, wenn ich das, was ich hier ahne, zu realisieren suche. Die geistige Welt ist erheblich grosszügiger, als ich erwarten würde: Selbst einen solchen in meiner Bewertung ja geradezu stümperhaften Versuch unterstützt sie nach Möglichkeit. (Nach Möglichkeit: Die Unterstützung würde wohl viel weitreichender sein, wenn ich nicht solch ein Anfänger wäre, der für weitergehende Unterstützung bisher keinen Ansatzpunkt bieten kann.) Neben solchen Arbeitsgruppen gab es auch Plena, eingeleitet durch Erfahrungschilderungen im Umgang mit den Mantren und künstlerische Herausforderungen in Eurythmie und Tonkunst. Beispielsweise einen Ton zu hören, zu singen, zu summen und schliesslich (mit dirigiertem Crescendo und Diminuendo) zu "stummen". Bei den verschiedenen Schilderungen zu den Situationsmantren möchte ich den Beitrag von Elisabeth Wutte erwähnen: Im Wissen um ihre eigene schwere Erkrankung (sie starb sechs Wochen später am 27.12.23) schilderte sie die verschiedenen Perspektiven auf eine Situation am Beispiel einer Hochzeit: Den Stolz des Brautvaters, die Bangigkeit der Brautleute, die Unsicherheit der Mutter im Verhältnis zur neuen Schwiegertochter, das Vertrauen der Trauzeugen in die gemeinsame Zukunft. Angesichts ihres Schwellenübertrittes frage ich mich, ob nicht auch "Hoch-zeit" selbst noch ganz andere Perspektiven eröffnet.... Den Rahmen der Zusammenkunft bildeten die Besinnung auf die erste (Beginn) und die zweite und dritte Tafel (Schluss). Die am Schluss noch zusätzlich angehängten Siegel und Zeichen fielen aus diesem Rahmen und erzeugten bei Einigen Unmut. ------------------------------------------------------- Diese Zusammenkunft - nach mehreren Treffen in Hamburg, nun in Stuttgart - zeigte zwei methodisch sehr unterschiedliche Herangehensweisen (Wort-vermittelt vs. Aufstellung u.ä.). Beide Seiten haben sich früher gegenseitig abgewertet: Während diesen vorgeworfen wurde: "Ihr seid total naiv; Ihr habt ja keine Ahnung, was Ihr da eigentlich macht" konterten jene: "Und Ihr kommt mit…

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Neue Mysterien

Mysteriengestaltungen der Gegenwart und Zukunft „Auferstehung der Weihnachtstagung“ durch konkrete Vertiefungen von Wahrnehmungs- und Sozialfähigkeiten Angesichts der vielen Fazits von Betrachtungen zu „100 Jahre Weihnachtstagung“ und der Hoffnung auf ihre Auferstehung1, soll im Folgenden ein konkreter Ausblick auf Perspektiven zu der Verwirklichung der schon damals angestrebten „Neuen Mysterien“ genommen werden. Es geht, was eigentlich die meisten Kommentatoren teilen, um die tätige Anbahnung der individuellen und gemeinschaftlichen tatsächlichen Verfeinerungen von Geistesforschungs- und Sozialqualitäten, um das von Rudolf Steiner geforderte „immer esoterischer“-Werden.2 Ob die Gediegenheit der sich entwickelnden „Esoteriker“, der üb- und forschungs-gemeinschaftlich und der sich mitentwickelnden sozialen Formate ausrei­chend sein wird, um berechtigt von „Mysterien“ zu sprechen, wird die Zukunft zeigen. Gegenwärtig geht es – diese Not ist deutlich – um die nächsten Üb- und Gemeinschaftsbildungs-Schritte. Die Voraussetzungen dafür sind heute wohl bessere als damals: Die Menschenkonstitution ist geöffneter für übersinnliche Wahrnehmungsmöglichkeiten, es gibt mehr Gewohnheiten lauschend-dialogischer Gesprächsarten und seit der Jahrtausendwende wächst eine wahrnehmungs- und sozialfähige Übgruppen-Bewegung, deren derzeitige 21-jährige „Ichreife“ ebenfalls Grund zur Hoffnung gibt. Die Wegbahnung zu den neuen Mysterien im 21. Jahrhundert Man kann, heute zurückschauend, geradezu einen dramatischen Märchen-Urbildweg zu den neuen Mysterien des 21. Jahrhunderts sehen. 21 Jahre hatte Rudolf Steiner „Schüler auf den Weg bringen“ wollen. Es gelang ihm kaum und die Anthroposophische Gesellschaft geriet dadurch in eine schwierige Lage3. Wie überzeitlich rettend konnte Rudolf Steiner mit der damals von Vielen als gewaltiges Geistgeschehen empfundenen „Weihnachtstagung“ zwar Wichtigstes in viele Herzen einpflanzen und eine „Weltenzeitenwende“ hin zu neuen Mysterien einläuten, nach seinem Tod aber ging es in der anthroposophischen Gesellschaft sozial und esoterisch bergab (1936 Spaltung der Gesellschaft, Nachlass-Streit, Saalausbau, „Gelebte Weihnachtstagung“). Immerhin tauchte in der Jugend- und Alternativbewegung der 60iger und 70iger Jahre die Suche nach Geisterfahrungen wieder deutlicher auf. Aber erst in den 80iger und 90iger Jahren gab es Zeichen für ein neues Zugreifen auf Geistesschulung und Geistesforschung im anthroposophischen Strom, so durch Bernhard Lievegoed (Aufruf zum Sprechen über geistige Erlebnisse), Jörgen Smit (Schulungsweg-Thematisierungen in Tagungen), Georg Kühlewind (Wahrnehmungsbü­cher), Ilse Müller (Wahrnehmungsschulungen), Marko Pocagnik (Übersinnliche Wahrnehmung in der Geomantie), Coen van Houten (Karmaforschung). Gleichzeitig gab es weltweit immerhin einen New Age-Esoterik-Boom, mit Wellness-Orientierung, esoterischen Buchläden und Esoterikmessen, der aber weitgehend auf einem niedrigen Niveau von Konsum und Offenbarungsglauben verblieb. Hier fehlt der geistesforscherische Ansatz. Um die Jahrtausendwende dann begann – quasi im letzten Moment – eine wachsende Bewegung von Meditations- und Wahrnehmungsgruppen, die in Kolloquien geistige Forschung entwickelten4, all das oft in bis dahin ungewohnter offener Kollegialität und mit Gesprächsqualitäten eines „Umgekehrten Kultus“. Einen zu übersinnlichen Wahrnehmungsübungen ermutigenden Auftakt stellten 1998 drei ausführliche Artikel zu konkreten, imaginativen Wahrnehmungen von Dorian Schmidt da: „Beobachtungen im Bildekräftebereich der…

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Korrespondenzblatt 10

Inhaltsverzeichnis Beiträge Dirk Kruse: Neue Mysterien Rolf Heine, Andreas Heertsch: Leitsätze zur Meditation Klaus Bracker: Rudolf Steiner und die "wahren, echten Rosenkreuzer" Günter Röschert: Eine Besinnung nach 100 Jahren Nachrufe Dirk Kruse: Elisabeth Wutte (1949 - 2023) Berichte Andreas Heertsch: Hochschule in Entwicklung (Stuttgart 2024) Rezensionen Andreas Heertsch: Perspektiven der Hochschularbeit Ankündigungen und Hinweise Kühlewind-Tagung, Budapest 17.-19. Mai 2024 Kolloquium zur übersinnlichen Wahrnehmung, Dornach, 2. Nov. 2024 Die Michaelschule als Sozialkunst, Schloss Hohenfels, 29.-30.Sep. 2024 7. Mysterienkunsttagung, Dornach, 20.-23. Juni 2024 Rundbrief der Allgemeinen Sektion Editorial Dirk Kruse gibt in seinem Beitrag einen historischen Überblick über Entwicklungen insbesondere seit Beginn dieses Jahrhunderts mit Bezug auf übersinnliche Erfahrungen und schildert seine eigenen Forschungen für ein zukünftiges, gemeinschaftliches Vorgehen, um auch komplexere Erfahrungen zugänglich zu machen. Günther Röschert wirft einen entsprechenden Blick zurück auf 100 Jahre Weihnachtstagung. Er weist auf eine Diskrepanz zwischen zelebriertem Mythos und tatsächlich gelebter Realität. Klaus Bracker fragt nach Hintergründen und Zusammenhängen der "wahren, echten Rosenkreuzer". Die Initiative Living Connections / Goetheanum-Meditation-Worldwide (einst gegründet aus der Anfrage von Geldgebern: Was ist euer Kerngeschäft am Goetheanum) hat sich umbe­nannt in Initiative anthroposophische Meditation (Iam). Ein erstes Produkt dieser Arbeit sind die "Leitsätze Meditation". Sie hat begonnen ein "Handbuch Meditation" zu erarbeiten. Ich war auf Widerstand gestossen, als ich den Titel des Korrespondenzblattes in Korrespondenzblatt für Hochschulmitglieder umbenennen wollte. Ein solcher Titel war einigen zu eng. Eine spätere Formulierung: Korrespondenzblatt für Gei­stesforschung erschien dann manchen zu anspruchsvoll, ja anmassend. Deshalb bleiben wir beim alten Titel: Korrespondenzblatt - Forschungsgespräche über anthroposophische Hochschulfragen. Aber ab der nächsten Ausgabe 11 wird es eine Rubrik geben: Beiträge zur Geistesforschung. Ursprung dieses Korrespondenzblattes war die von Günther Röschert und Elisabeth Wutte herausgegebene Sammlung Perspektiven der Hochschul­arbeit. Meine damals verfasste Rezension für Das Goetheanum wurde trotz mehrfacher Nachfrage nicht publiziert. Ich habe sie hier eingefügt. Lorenzo Ragvalli hat mit der letzten Ausgabe (9) dieses Korrespondenzblattes auch gebeten, dass diese seine letzte für Papier vorbereitete Ausgabe sei. Ich möchte ihm an dieser Stelle nochmals herz­lich für seine gediegene Arbeit danken. Wie gediegen seine Arbeit war, sehen Sie, wenn Sie die Druckversion dieser Ausgabe (10) mit der letzten (9) vergleichen. Diese (10) ist automatisch erstellt und hat einige Unschönheiten. Ich bitte besonders die Papier-Leser, dies zu entschuldigen, denn im Moment wird das Korrespondenzblatt nur von Hannah Friederich (Lektorat) und mir getragen. Seinen Nachruf auf Elisabeth Wutte endet Dirk Kruse mit "Es geht weiter ...". Das kann ich bestätigen: Sie ist mit der Herausgabe (und mir als Herausgeber, obwohl wir uns kaum kannten) wei­ter durch Bejahung impulsierend verbunden. Das wird uns gut tun!­ Andreas Heertsch, Dornach, April 2024 Impressum Zusendungen an Druckkostenbeitrag pro…

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  • Beitrag zuletzt geändert am:2. Mai 2024
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Erstes Kolloquium zur übersinnlichen Wahrnehmung im Zweig am Goetheanum

Ersterschienen in Anthroposophie weltweit Nr 12/24 S. 6f Bericht Thomas Meyer Am 2. November 2024 fand in der Schreinerei im Goetheanum das ‹Erste Kolloquium zur übersinnlichen Wahrnehmung› statt. Zum ganztägigen Kolloquium hatte der Zweig am Goetheanum eingeladen. Referenten waren Frank Burdich, Corinna Gleide, Gunhild von Kries, Karsten Massai, Thomas Mayer und Dorian Schmidt, die seit Jahren Kurse in übersinnlicher Wahrnehmung geben und Bücher dazu geschrieben haben. Die Referent/inn/en erzählten in Podiumsgesprächen offen und persönlich von ihrem Werdegang, biografischen Klippen und der Methodik übersinnlicher Wahrnehmung. Diese sollte auch in praktischen Übungen erlebbar werden, deshalb gab es zweimal sechs parallele Workshops. Viel Zuspruch Das Kolloquium fand viel Zuspruch: Es sollte ursprünglich in der Halde stattfinden, dort wäre es aber für die 180 Teilnehmenden zu klein gewesen. Zum Glück war ein Wechsel in die größere Schreinerei möglich. Die Teilnehmenden kamen etwa zur Hälfte aus der näheren Umgebung des Goetheanum, die andere Hälfte war oftmals mehrere Stunden angereist. Viele brachten Vorkenntnisse zur übersinnlichen Wahrnehmung mit, sodass die Workshops auf hohem Niveau stattfinden konnten. Es ging um Fragen wie: • Wie entsteht eine übersinnliche Wahrnehmung? • Welche Rolle spielt die Individualität beim Wahrnehmen im Übersinnlichen? • Wo liegen Quellen des Irrtums? • Wie sieht eine wissenschaftlich begründete übersinnliche Forschung aus? • Lässt sich eine Sprache finden, die einen Austausch eigener Erfahrungen so ermöglicht, dass Zuhörende in die Lage versetzt werden können, das Erzählte nachzuerleben? Diese Fragen bedürfen dauerhafter Bearbeitung. Deshalb ist zu hoffen, dass es ein ‹Zweites Kolloquium› geben wird, zumal die Stimmung sehr offen, menschlich und erfrischend war. Essay zur übersinnlichen Wahrnehmung In meinem Essay ‹Wahrheit in der Geistesforschung und der übersinnlichen Wahrnehmung›, den ich anlässlich des Kolloquiums verfasste, gehe ich ein auf die Fragestellungen ‹Was ist Geistesforschung und übersinnliche Wahrnehmung?›, ‹Was sind Quellen des Irrtums?› und ‹19 Kriterien zur Beurteilung geistiger Forschung.› | Thomas Mayer, Kempten (DE) Bericht von Don Vollen Der Zweigvorstand verwirklichte einen in der Anthroposophischen Gesellschaft überfälligen Impuls, das Phänomen übersinnliche Erfahrung weder zu isolieren noch zu verschweigen, sondern ihm am Podium das Wort zu übergeben. Zur Einstimmung wurde eine Übung in gemeinsamer Stille vorgestellt und durchgeführt. Übereinstimmend zeigten die Wortmeldungen aus dem Publikum, eine solche verinnerlichte Besinnung kann in einem geschlossenen Raum unmittelbare und nachvollziehbare Wirkungen erzeugen. Fast wie abgesprochen bestiegen die Teilnehmenden das Podium in lockerer Alltagsbekleidung – sie betonten damit: Wir sind Praktiker und sprechen aus der Werkstatt, hier wird gearbeitet und nicht präsentiert. Sie kennen einander und stehen regelmäßig in gegenseitigem Kontakt. Sie sprechen miteinander über ihre Ergebnisse und vergleichen die Resultate. Es herrscht unter ihnen Akzeptanz und Respekt, auch dann, wenn die Mitteilungen nicht übereinstimmend sind. Biografischer Hintergrund Auch…

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  • Beitrag zuletzt geändert am:30. April 2025
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  Korrespondenzblatt     Forschungsgespräche überanthroposophische Hochschulfragen       HerausgeberAndreas Heertsch   Ausgabe 10   April 2024 Anleitung:Hier Ausgabe und Datum im HTML ändern Die Posts werden von alt nach neu sortiert (Datum der Posts entsprechend ändern) Die Posts müssen alle als Kategorie KBnn haben, wobei nn die Nr. der Ausgabe ist. Die Posts werden mit: Einstellungen>HTML2Blog zusammengestellt. Dort auch Kategorie KBnn ankreuzen. Mit Prince erzeugtes HTML (Download) mit print.css und print.js (Dokumente>Texte>Hochschule>Korrespondenzblatt) ausdrucken

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